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DÄMONEN, BABYLONISCHE

Die Babylonier sind das altorientalische Volk, dessen Dämonologie aufgrund der zahlreichen Schriftquellen am besten bekannt ist. Ihre Dämonologie stellt aber schon den Abschluss einer Entwicklung dar, die bei den Sumerern begonnen hat. Die Welt der Dämonen wird eingeteilt in gute und böse Geister. Die Dämonen sind personifizierte Naturgewalten, die das Leben der Menschen bedrohen. Bei den Sumerern war Ushum-Gal, der böse Geist, der selbst die Schutzgötter der Orte in die Flucht schlägt. Um diese bösen Geister abzuwehren, entstand eine umfangreiche Beschwörungsliteratur, welche die im Volksglauben verbreiteten Vorstellungen zusammenfasste. Später haben die babylonischen Priester diesen Dämonenglauben systematisiert und in die offizielle Religion eingeordnet. Die Dämonen, zu denen auch die Totengeister gehören, werden als dienstbare Geister den Unterweltsgöttern zugeordnet. Der Thron des Totengottes Nergal ist von 15 Dämonen umgeben. Die Erfindung der schwarzmagischen Beschwörungen, die zum Nachteil eines Menschen eingesetzt werden, wird den unterdrückten Völkern wie den Elamitern und Sutäern zugeschrieben.
Der Abwehrzauber, der den grössten Teil der überlieferten Beschwörungen ausmacht, richtet sich besonders gegen Dämonen, die Krankheiten verursachen. Eine besondere Priesterklasse, die hierarchisch aufgebaut war, führte diese komplizierten Beschwörungsriten gegen die Krankheitsdämonen aus. Die sieben Krankheitsdämonen, die zum festen Gefolge des Totengottes Nergal und seiner Gemahlin Ereschikal gehören, sind:

Dämonenname    Der angegriffene Körperteil
• Attaku                            Kopf
• Namtaru                        Kehle
• Uttuku                            Hals
• Alu                                  Brust
• Etimmu                          Leibesmitte
• Gallu                               Hand
• Ilu                                    Fuss

Ihr Aufenthaltsort sind wüste, unheimliche und öde Gegenden, von wo sie hervorstürmen und ihr Unheil über die Menschen bringen. Ausserhalb dieser Gruppe der sieben bösen Dämonen gibt es noch andere gefährliche Dämonen, die als Mischwesen - halb Mensch, halb Tier - auftreten. Die Dämonin Lamastu, eine wegen ihrer Bosheit verstossene Göttin, hat die Aufgabe, zu verhindern, dass sich die Menschen nach der Sintflut zu stark vermehren. Sie nimmt die Kleinkinder von ihren Müttern weg und tötet sie. Als Pestdämon war der tiergestaltige Pazuzu gefürchtet, der aber auch zur Abwehr der Lamastu eingesetzt werden konnte. Man stellte ihn auf Amuletten dar, um das Böse durch das Böse zu vertreiben. Dies Vorstellung ist auch aus der Bibel bekannt, wo Jesus von den Pharisäern unterstellt wird, er wolle den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Der gefährlichste aller Dämonen war der Drache Labbu, der nicht nur die Menschen in den Städten bedrohte, sondern auch den Mondgott angriff. Grosse Furcht bereiteten überdies die ruhelosen Totengeister. Wer sich den Zorn der Götter zugezogen hat, gerät in ihre Hände. Sie saugen als Vampire das Blut ihrer Opfer aus, erschrecken sie durch Spuk oder verursachen furchtbare Alpträume. Selbst die Götter sind vor ihnen nicht sicher. Die Beschwörungsriten gegen diese Dämonen wurden in Kompendien gesammelt, die den Namen Surpu - Brand und Maqlu - Verbrennung trugen. Diese Namen deuten schon an, dass das Feuer eines der wichtigsten Mittel war, um diese Dämonen zu vertreiben. Man stellte neben den Kranken ein Kohlenbecken, in dem der Beschwörungspriester symbolische Gegenstände wie Kräuter, Früchte, Felle von Tieren etc. verbrannte. Diese Handlungen wurden durch das Murmeln geheimnisvoller Formel begleitet. Neben dieser Verbrennungszeremonie gab es noch die Reinigung durch Wasser und Öl. Beispiele für die weitreichende Einwirkung des babylonischen Dämonenglaubens auf die jüdische Religion sind die biblische Gestalten Lilith, Schedim, Belial.


 

 

 

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