| Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie |
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DÄMONEN, wahrscheinlich von griechisch daimon: Geist der Abgeschiedenen; Schicksal der Menschen in gutem und bösem Sinn |
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Abgeleitete
Bezeichnung für einen Halbgott, Totengeist, guten oder bösen Geist. Die
Vorstellungen von derartigen Mittelwesen zwischen Gott und Menschen
finden sich sowohl in den einfachen Religionen der Naturvölker als auch
in den sich entwickelnden Religionssystemen der hochzivilisierten
Völker. Im Gegensatz zu den Göttern fehlt den Dämonen die
Individualität. Sie treten in Horden auf, aus denen ein Anführer
hervorragen kann. Der Glauben an Dämonen entstand in einer Zeit, als man
sich Naturdinge und menschliche Körper beseelt vorstellte. Es war nur
ein kleiner Schritt, um dann auch an die Existenz von Naturgeistern zu
glauben, die von Menschen Besitz ergreifen. Es handelt sich meistens um
böse Geister, die Krankheiten und andere Übel verursachen sollen. Zu
Dämonen konnten auch die Seelen von Verstorbenen werden, wenn sie nicht
nach den religiösen Gebräuchen beerdigt worden waren. Ein Glaube an
Dämonen konnte auch entstehen, wenn ein siegreiches Volk die Götter
eines unterlegenen Volkes degradierte und sie zu bösen Dämonen machte.
Meistens wurden diesen Gottheiten alle negativen Eigenschaften
beigelegt, von denen man die Götter der eigenen Religion freihalten
wollte. Sehr gut lässt sich dieser Zusammenhang beobachten, als das
Christentum die heidnischen Religionen in Europa überlagerte und die
antiken, germanischen, keltischen u. a. Götter zu dämonischen Wesen
herabsanken. Eine umfangreiche Einteilung der Dämonen lieferte der
Psychologe und Völkerkundler Wilhelm Wundt. Er unterschied folgende
Spukdämonen:
Die Gestalt der Dämonen stellte man sich in der Frühzeit vorwiegend als Tier vor, dann später als Mischwesen, die halb Mensch, halb Tier waren. Trotz der weltweiten Verbreitung des Dämonenglaubens finden sich in einigen Kulturen mehr Belege für diese Mittelwesen zwischen den Göttern und den Menschen, als in anderen. Die frühesten Belege für Dämonenglauben in Europa und die ersten Ansätze zu einer Beschäftigung mit diesen Zwischenwesen stammen aus Griechenland. Die Griechen verstanden unter einem Dämonen einen Gott, dem aber ein Namen fehlte. Seine Persönlichkeit wurde durch die von ihm ausgehende Kraft ersetzt. Der Philosoph Thales von Milet sprach von einer Welt, die von Dämonen erfüllt sei. Plato hält die Dämonen für Dolmetscher zwischen den Menschen und Göttern. Seine Nachfolger teilen diese Zwischenwesen in die unsichtbaren ätherischen Dämonen und Luftdämonen sowie die sichtbaren Wasser- und Dunstdämonen ein. Von den Göttern unterscheiden sie sich dadurch, dass sie zu Schmerz- und Lustempfindungen fähig sind. Aber es gibt auch böse Dämonen, die man sich als Totengeister oder böse Menschenseelen vorstellte. Als Wohnort der Dämonen wird der Bereich unterhalb des Mondes bis hin zur Erde angesehen. Ihre besonderen Aufgaben bestehen in Botendiensten, Weissagungen und der Überwachung der Gottesdienste. Eine umfangreiche Dämonologie entwickelten die Neuplatoniker, die das Wesen und die Stellung der Dämonen durch Rangordnungen strukturierten. Sie sind zwar körperlose, fast göttliche Wesen, aber sie können auch, um auf der Erde zu erscheinen, zeitweise einen Leib annehmen. Selbst eine eigene Sprache wird ihnen zugesprochen. In der Spätantike vermischte sich der Dämonenglauben mit den Vorstellungen von den biblischen Engeln und Planetengeistern. Für die christlichen Theologen sind die Dämonen mit den antiken Göttern und den gefallenen Engel identisch. Das Bild, das man sich von ihnen machte, lässt sich so zusammenfassen: Da sie einen Körper haben, bedürfen sie der Nahrung, die sie sich aus dem Qualm der heidnischen Opfer einsaugen. Da ihr Körper erheblich dünner ist als der menschliche, dringen sie leicht in ihn ein. Ihre Bewegung ist von unglaublicher Schnelligkeit, so dass sie leicht zukünftige Dinge erkennen können. Als Anführer dieser Dämonenschar gilt Satan. Bevorzugtes Ziel für ihre Angriffe sind die Christen und ihre Kirche. Der mittelalterliche Dämonenglauben, ca. vom 13. Jahrhundert an mit den dämonologischen Vorstellungen der Kabbala bereichert, erreichte seine grösste Entfaltung während Hexenverfolgungen. Die Hexenverfolger - sprich: Bodin, Binsfeld, Remy, Delrio, Guazzo, De Lancre, Sinistrari - beschrieben in ihren Werken ausführlich die Funktionen und die Wirksamkeit der D. und erstellten umfangreiche Hierarchien der Dämonen. Wichtige Quellen zur Kenntnis der mittelalterlichen Dämonen sind auch die zahlreichen Zauberbücher. |
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