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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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BODIN, JEAN, 1529-1596

Französischer Staatstheoretiker, Kronanwalt, Mitglied des Parlaments zu Paris, Prof. an der Universität Toulouse und - trotz seiner Affinität zur Aufklärung - engagierter Hexenrichter. Bodin verfasste 1580 das weit verbreitete Handbuch über das Hexenwesen, das den Titel De la demonomanie des sorciers trägt. Dieses vierteilige Werk enthält in den ersten drei Teilen eine Zusammenfassung des Teufels-, Hexen- und Zauberglaubens seiner Zeit. Im letzten Teil, der das Inquisitionsverfahren zum Thema hat, versucht Bodin die unterschiedlichen Rechtsregeln und die Prozesspraxis der frz. Richter zu vereinheitlichen. Bodin kommt nach Prüfung der biblischen und antiken Zeugnisse zu dem Ergebnis, dass an der Existenz der Hexen nicht gezweifelt werden dürfe. Seiner Meinung nach gibt es in Frankreich Tausende von Hexen, von denen nur ein kleiner Teil angeklagt wird. Von ihm stammt auch die erste gesetzliche Definition der Hexe: Jemand, der Gottes Gebote kennt, aber kraft eines Paktes mit dem Teufel gewisse Taten zu vollbringen sucht. Da es in einem gewöhnlichen Rechtsverfahren nicht möglich sei, die Hexen zu überführen, müsse die Tortur angewandt werden, die den Beschuldigten einen Vorgeschmack auf die Höllenqualen geben soll. Von der Folter sollten weder Kinder noch Krüppel ausgenommen werden. Die Richter werden von ihm aufgefordert, aus eigenem Antrieb gegen die Hexen vorzugehen und nicht erst auf eine Aufforderung durch den königlichen Generalstaatsanwalt zu warten. Das Werk von Bodin enthält auch einen Abschnitt über die Tierverwandlung von Menschen. Der Teufel besitze seiner Ansicht nach die Macht, einen Menschen in ein Tier zu verwandeln. Nur den Verstand des verwandelten Menschen könne er nicht verändern. Ausführlich geht Bodin auf die Thesen von Wierus ein, dem er vorwirft, in seinem Buch offen Zaubersprüche und anderes „teuflisches Material” zu zitieren und ein Werkzeug des Teufels zu sein.


 

 

 

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