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Hierzu gehört das
Bluttrinken, das als ein Teil der Anthropophagie - Menschenfresserei -
praktiziert wurde und bei Primitiven und Frühkulturen verbreitet gewesen
war. Hinter diesem Ritual steht die Vorstellung, dass sich im Blut die
Lebenskraft eines Menschen findet. Deshalb wurde den Gottheiten als Ersatz
für Menschenopfer Blut dargebracht.
Ein Rest dieser uralten Vorstellung findet sich im christliche Abendmahl, in
dem der Wein in das Blut Christi verwandelt wird. Wenn zwei Menschen ihr
Blut vermischten und anschliessend tranken, wurde nach dem mittelalterlich
Volksglauben die Blutsbrüderschaft, der sog. „Rasengang”, begründet, der
eine besonders enge Bindung zwischen zwei Menschen herstellte. Diese Bindung
war rechtlich der Brüderschaft durch Geburt gleichgestellt. Die Bezeichnung
„Rasengang” leitet sich aus dem Brauch bei diesem Ritual ab, aus der Erde
ein Stück Rasen herauszuschneiden, mit Blut zu vermischen und diese Mischung
anschliessend zu trinken. Auf diese Weise wurde die Verbindung mit der
Erdmutter, von der alles Leben kommt, hergestellt.
Eines der am frühesten bezeugten Blutritual findet sich in Homers Odyssee.
Die Zauberin Circe gräbt am Rand des Hades ein Loch, schlachtet Schafe und
lässt das Blut hineinfliessen. Als die toten Seelen das Blut getrunken
hatten, wurden sie mit Lebenskraft erfüllt und sagten Odysseus die Zukunft
voraus. Bei einigen Gruppen der russischen Sekten der Chlysten und Skopzen
war das Blutritual noch bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich.
Dem Abendmahlbrot wurde das Blut von Neugeborenen beigemischt. In bestimmten
Freimaurerorden gehörte das Bluttrinken noch bis 1932 zum Ritual, so bei der
Aufnahme in den XI. Grad, den Hocherleuchteten auserwählten Vertrauten im
System der Grossen Landesloge der Freimaurer von Deutschland.
Auf dieser Stufe wird das höchste Wissen vermittelt. Dem Neuaufgenommenen
wurde Blut aus dem Daumen entnommen und in eine Flasche gegossen, in der
sich das Blut aller Angehörigen dieser Stufe der Freimaurerei befand. Sodann
wurde aus dieser Flasche Blut entnommen, mit Wein vermischt und von allen
Anwesenden getrunken. |