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Bezeichnung für
psychische Veränderungen eines Menschen, die in der modernen Medizin heute
als „Neurose” oder „Psychose” zusammengefasst werden. Früher wurden diese
Krankheitssymptome als Dämonomanie oder Dämonopathie bezeichnet. Die
klinischen Symptome wurden so beschrieben: Schlaflosigkeit, grosse Angst vor
Gott, Irrereden, visuelle Halluzinationen und Erregung im Unterleib. Von
dieser pathologischen Besessenheit muss die dämonische Besessenheit
unterschieden werden, die von einem oder mehreren Dämonen verursacht wird.
Nach Ansicht der mittelalterlichen Dämonologen, die auch heute noch
Grundlage des in der katholischen Kirche praktizierten Exorzismus ist,
können Dämonen unmittelbar Macht über einen Menschen ausüben.
Es werden drei Formen der Besessenheit unterschieden:
• Circumsessio - Umsessenheit: Die Dämonen belagern einen Menschen, ohne in
seinen Körper einzudringen, um ihm Schaden zuzufügen.
• Obsessio: Der Dämon ergreift Besitz von dem Menschen, indem er in seinem
Körper wohnt.
• Possessio: Der Mensch ist ein völlig willenloses Objekt der Dämonen und
hat jegliche Freiheit verloren.
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Die Besessenheit kann aufgrund von Zeichen am Menschen festgestellt werden.
Zu diesen Merkmalen gehören die sensorischen und physiologischen Zeichen:
unerklärliches Kribbeln auf der Haut, Hitzegefühl, Fieber, Erbrechen. Weiter
die paranormalen Zeichen, sprich: Die Fähigkeit, eine unbekannte Sprache zu
sprechen und zu verstehen, Entferntes und Verborgenes zu offenbaren, was
normalerweise aufgrund des Alters einer Person unmöglich ist, oder die
Unfähigkeit, zum Gottesdienst zu gehen, obwohl der Wunsch dazu da ist. Man
weiss heute, dass diese psychischen Verhaltensänderungen durch Suggestion
auf andere Menschen übertragbar sind und zu einer regelrechten Epidemie
führen können. Der Spiritismus erklärt diese Erscheinung dadurch, dass sich
erdgebundene Geister oder Elementargeister dem Körper eines Menschen
bemächtigen und darin ihr Unwesen treiben. In Religionen wie z. B. dem
Voodookult in Haiti spielt die Besessenheit eine zentrale Rolle. Alle
Handlungen dieser Religion sind darauf abgerichtet, die Besessenheit zu
lenken. Die Loas, gute oder böse Geister, dringen in einen Menschen ein und
vertreiben seinen grossen Schutzengel, den Gros-bon-ange. Die Folge ist,
dass dieser Mensch, der nur noch zu einer Hülle für den Loa geworden ist, in
Trance verfällt. Der Besessene wird nun gleichsam von dem Loa wie ein Pferd
geritten. Wenn der Besessene aus der Trance erwacht, weiss er nicht mehr,
was er getan oder erlebt hat. Der japanische Volksglaube kennt die
Besessenheit durch Dämonen in Fuchsgestalt, die sich von der in der Bibel
und von den mittelalterlich Dämonologen beschriebenen Besessenheit nur
dadurch unterscheidet, dass von ihr fast ausschliesslich Frauen befallen
werden. Nachdem der Fuchs in den menschlichen Körper eingedrungen ist, lebt
er ein eigenes Leben, unabhängig von dem Ich des Menschen. Hierdurch
entsteht ein Doppelbewusstsein, das sich in einer Art nervösen Zerrüttung
äussert. Die besessene Person hört alles, was der Dämon zu ihm sagt. Wenn
der Dämon nach einiger Zeit freiwillig austritt oder von einem „Fuchsaustreiber”
vertrieben werden konnte, bleibt bei einem derartigen Menschen eine
Depression zurück. Er kann sich an nichts von dem erinnern, was während der
Besessenheit vorgefallen ist. |