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Zukunft im Hinduismus |
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Die Gegenwart, von der
aus im Rahmen des hinduistischen Weltverständnisses nach der Zukunft gefragt
werden kann, ist bestimmt durch die Vorstellung von zyklisch sich
wiederholenden vier Weltzeitaltern (yuga), in denen Lebensdauer und
Lebensqualität stetig abnehmen. Tausend Zyklen von Weltzeitaltern bilden
einen einzigen „Tag" im Leben des Gottes Brahman. Nach diesem Schema
berechnete hundert Brahman-„Jahre" bilden den kosmisch-mythologischen Rahmen
für die Gegenwart. Wir befinden uns heute in einem Kaliyuga, dem
schlechtesten der vier Zeitalter, das im Jahre 3102 v.Chr. begonnen haben
soll und etwa in der Mitte des gegenwärtigen Brahmantages liegt. Der
Zeitbegriff bzw. das Zeitgefühl, das sich in diesem Rahmen artikuliert,
besagt einerseits, dass der Hindu in der „Mitte der Zeit" lebt,
andererseits, dass Zeit weniger ein linearer Ablauf als ein kosmischer
Rhythmus ist. Für die Zukunft der realen, jetzigen Welt innerhalb des
Kaliyuga ergibt sich die Erwartung und Gewissheit, dass die herrschenden
schlechten Verhältnisse nur immer schlechter werden können, dass jedoch nach
einer kosmischen Katastrophe ein Neuanfang mit idealen Lebensbedingungen,
geordneten sozialen Verhältnissen und makelloser Moral im Sinne des Dharma
gewiss ist. |
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