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Welt - Grundverständnis

Welt meint sachlich Gesamtheit der vom Menschen erfahrenen und erkannten Dinge, Kräfte, Elemente und Lebewesen, das „All" einer Einheit zusammengefügten Vielfalt. Der deutsche Begriff Welt, althochdt. weralt, setzt sich aus wir = Mann und alt = Alter, Generation zusammen. Er besagt zunächst „Menschenalter". Religionen primitiver Kultur setzten Welt grundsätzlich mit der engeren Um- und Mitwelt der eigenen Sippe gleich; sie stellen dann den Makrokosmos (Mikrokosmos/Makrokosmos) nach dem Modell dieses geschlossenen Gruppenmikrokosmos vor. Nomaden- und Hochkulturen neigen eher zu einem universalen Welt-Verständnis. Die Gottheit bzw. die Götter „bewohnen" die Welt zusammen mit den Menschen, während der eine Gott ihr meist transzendent ist.

- Auf allen Stufen der kulturellen und religiösen Entwicklung entstehen Welt-Bilder, in denen sich folgende Strukturelemente feststellen lassen:

a) eine Mitte (Achse, Nabel, Pfahl, Baum, Berg, Tempel), um die sich ein kreis-, kugel- oder scheibenförmiges Gebilde, manchmal auch als Kreuzung der vier Himmelsrichtungen, ordnet;

b) eine Teilung in drei Stufen: Himmel, Erde, Luftraum bzw. Unterwelt, oder in zwei Hälften: Himmel und Erde, die sich oft wie das Männliche und das Weibliche zueinander verhalten;

c) Diesseits und Jenseits;

d) kreisende oder evolutive Bewegtheit der Elemente und des Lebens;

e) Endlichkeit bzw. Unendlichkeit der Welt.

- Welt wird religiös als Schöpfung einer oder mehrerer göttlicher Wesen begriffen. Die Gottheit - bestimmte Götter oder der eine Gott - erscheint nicht selten mit einem Helfer oder Demiurgen an ihrer Seite als Subjekt der Gründung, Erzeugung, Gestaltung, Schaffung oder der Erschaffung sowohl der engeren wie der weiten Welt. Der Bezug zu solchem Ursprung (Anfang) wird als sakral und gerade so als wirklich erfahren (Eliade 1980, 11). Das Schöpfungs-Ereignis wird im Mythos erzählt und im Ritus „wiederholt" bzw. in seiner bleibenden Aktualität dankend erfahren (vgl. das bibl. Zikkaron).
 


 

 

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