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Wassermannzeitalter

Oft synonym mit "„New Age", bezeichnet Wassermannzeitalter den astrologisch-esoterischen Horizont des gegenwärtigen Bewusstseinswandels in der Menschheit, wobei analog einer in der Astrologie angenommenen Schicksalsbeeinflussung jede Periode des Weltenjahres durch ein Tierkreiszeichen geprägt ist. Zuerst von A. Bailey (Die Wiederkunft Christi, 1948) aufgrund der imaginären Akasha-Chronik postuliert und dann programmatisch im Titelsong des Musical „Hair" belegt, bricht nach dieser Sicht eine Epoche der spirituellen Selbstverwirklichung, einer die Gesellschaft transformierenden Mystik sowie einer Harmonie der Menschen untereinander und mit dem Kosmos an.
Aufgrund der Präzession verschiebt sich der Frühlingspunkt (21. März) etwa alle 2100 Jahre rückdrehend um ein Sternbild und führt zur Annahme eines „platonischen Weltenjahres" (im Sinne einer idealisierenden Äonenvorstellung ; häufig unpräzise vermischt mit dem „magnus annus" Platons, Polit. 269 c) von 25 868 Jahren. Dieser Zyklus, von Hipparch um 135 v. Chr. beschrieben, erklärt die heute verschobene Deckung von Sternzeichen und -bildern, nach welcher der Frühlingspunkt im Übergang vom Fische- in das Wassermannzeitalter steht. Die astrale Mystik im Umkreis von Hermetik und neuplatonischer Gnosis knüpft schicksalsprägende Vorstellungen an den Tierkreis, vermag aber keine exakte Datierung des Übergangs anzugeben. Heutige Hypothesen erwarteten diesen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, wobei etwa bei C. G. Jung die Verkündigung des Dogmas der Assumptio Mariae (1950) als Hinweis auf den vollendeten, zukünftigen Menschen programmatische Bedeutung gewinnt.
Das „Wassermann-Evangelium", ein aus der Akasha-Chronik in phantastischen Visionen empfangener Text des amerikanischen Predigers Levi (H. Dowling; 1908), versucht, das universelle Vorbild Jesu als „Christus des Lichtes und der Liebe" für das Wassermannzeitalter durch seine hypothetische Initiation in orientalische Geheimlehren zu begründen.
Symbol des aufdämmernden Wassermannzeitalters ist der Regenbogen, nach A. Bailey als Lichtkanal („Antahkarana") zur Vermittlung spiritueller Energien seitens der Geistigen Hierarchie und der Einzelseele gedeutet.
 


 

 

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