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(von lat. visio,
„Gesicht", „Schau")
ist ein gewollter oder spontaner, bildhafter Eindruck, der nachhaltig wirkt
und ohne erkennbare Verwendung der äusseren Sinneswahrnehmung verläuft. Sie
ereignet sich im Zustand v Luzidität und Ekstase. So kann es bei Visionen zu
einer „Panoramaschau" selbst entferntester Räumlichkeiten und Gegenstände
kommen. Bei der entsprechend zeitlichen „Überschau" wird in einem Augenblick
das sichtbar, was normalerweise eine chronologische Abfolge erfordern würde.
So konnte z. B. A. K. Emmerich durch Vision in die Vergangenheit
Beschreibungen von Räumlichkeiten machen, die durch die Archäologie
verifiziert wurden. Propheten hatten die Fähigkeit, die Zukunft
vorauszusehen. Im Alten Testament und Neuen Testament, im Leben von Heiligen
und Mystikern finden sich ferner zahlreiche Beispiele von warnenden und
prophylaktischen Visionen. Echte Visionen erfassen und füllen den ganzen
Menschen. Eine reflexive Deutung erfolgt erst nachher, wie die Vision und
spontane Bekehrung des heiligen Paulus verdeutlicht, die drei Eigenschaften
kennzeichnen: Unmittelbare Totalität und Irreversibilität. Echte Visionäre
sind vor und nach der Vision absolut normal. Während der Vision befinden sie
sich in einem veränderten Bewusstseinszustand, der sich abhebt von den
Zuständen bei pathologischen Deliranten und Visionären, die im allgemeinen
von religiösen u erotisch gemischten Wahnvorstellung ausgehen. Derartige
visionäre Zustände sind inhaltlich völlig steril. Im Gegensatz dazu weist
der Inhalt echter Visionen einen klaren Sinnzusammenhang auf und reichert
die betreffende Person über das normale Mass hinaus an. Eine Entscheidung,
ob es sich um eine echte, eine theologische oder um eine Schein- Vision
handelt, hat im Einzelfall nach den genannten Kriterien zu erfolgen.
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