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Totenbuch der Maya |
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Das Totenbuch der Maya
ist kein Lehrbuch, sondern ein Ritual, ein rätselhaftes Werk, in drei von
den Spaniern nach Europa gebrachten Manuskripten überliefert (Pariser,
Dresdner, Madrid Codex). Die „Hieroglyphen" des Totenbuches der Maya hatten
Vorschriften und Techniken, nicht aber die inhaltliche Vorstellung.
Charakteristisch ist das Trachten nach Reinkarnation. Dazu ist Hilfe
notwendig, insbesondere die des Chilam (Chilan, Chilam-Balam, „Sprachrohr
der Götter“?) als Totenbegleiter, der in alle Stadien der Reise des Toten
eingreift; hat Kontakt mit den Toten und den Göttern, oft in Trance und
magischer Ekstase. Rituale unterstützen den Toten, dessen Schicksal aber
auch in Relation seiner Taten steht. Es bedarf der Lebenden, damit die Toten
reinkarniert werden. Der Tod ist kein Ende, sondern Teil der Entwicklung vom
Leben zum Tod und vom Tod zum Leben. Es gibt kein eschatologisches Endziel
der Menschheitsgeschichte, aber es gibt keine lebenden Menschen, wenn die
Toten sich nicht mehr reinkarnieren können, und es gibt keine
Reinkarnationen, wenn es keine lebenden Menschen mehr gibt. |
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