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Tod im Christentum |
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1. Christliches
Verständnis des Todes hängt unmittelbar zusammen mit dem Verständnis von Tod
und Auferstehung Jesu. Der Tod Jesu ist stellvertretender Sühne-Tod,
Erneuerung des Bundes mit Gott, Überwindung des (tödlichen) Gesetzesund des
menschlichen Todes. In der Taufe - so Paulus - werden die Glaubenden in den
Tod Jesu hineingenommen und wachsen mit ihm zusammen. Den eigentlichen Tod
ist der Christ damit schon gestorben, der Sünde (Röm 6,1), dem Gesetz (Röm
7,6; Gal 2,9), dem Fleische (Gal 5,24), sich selbst (2 Kor 5,15), der Welt (Gal
6,14). Der Tod ist damit relativiert: Ob wir leben oder sterben, wir gehören
Christus, dem Herrn (Röm 14,8; 8,38-39). Auch wenn Sterben Gewinn ist (Phil
1,23), die Toten Tote in Christus und immerdar beim Herrn sind (1 Thess 4,
16-17) - die weiterbestehende Realität des Todes wird nie verharmlost. Über
den Tod des Stephanus wird getrauert (Apg 8,2). Wenn Paulus den (physischen)
Tod als Folge der Sünde betrachtet, wird der theologische Grund für diese
erschreckende Realität aufgedeckt. Der Tod ist Zeichen eines viel tieferen
auf dem Menschen lastenden Verhängnisses. In der Todes-Verfallenheit aller
Menschen ohne Ausnahme zeigt sich die Macht der Sünde (Röm 5,12-14; 7,13 ;
Eph 2, I ; Kol 2,13 u. a.). Der Gläubige stirbt wegen der Sünde, auch wenn
er in Christus das Leben geschenkt erhält. Im Johannesevangelium tritt
sowohl der Tod Jesu als auch die menschliche Todes-Problematik zurück. Doch
wird der Tod Jesu als höchster Ausdruck der Fleischwerdung des Logos
verstanden und zugleich als seine Erhöhung. Der, der lebt und glaubt, wird
in Ewigkeit nicht sterben; denn der Glaubende ist aus dem Tod ins Leben
hinübergeschritten. Die Johannesapokalypse schildert den Tod als Schrecken
der Menschheit. Er bleibt der Feind bis zuletzt. Am Letzten Tag wird er erst
bezwungen. Als dunkler Hintergrund der Frohen Botschaft wird der zweite Tod
angesprochen, der ewige Tod in der Ferne vom Gott des Lebens. Hier hat das
Wort Tod seine erschreckendste Bedeutung erlangt, gerade weil es kein
völliges Auslöschen des Menschen bedeutet, seitdem sein Weiter-Sein in
selbstgewollter Gottferne. Die Realitätsbezogenheit des Neuen Testamentes
zeigt sich auch noch in der Schilderung des Todes Jesu, der nicht der Tod
eines Helden im geläufigen Sinn des Wortes (auch nicht bei Johannes),
sondern ein Tod in Brutalität, Ohnmächt und Verlassenheit ist. Er ist kein
sakrales Ereignis. Kreuz und Tod sind bleibende Signatur des Lebens und des
Todes. Menschlich gesehen ist der Tod unbegreiflich auch im Tod Doch das
Neue des Neuen Testamentes liegt darin, dass der Tod in bezug auf Gott (und
Christus) gesehen wird. In der Auferweckung Jesu erweist sich gerade der Tod
als Ursprung des Lebens; denn Gott überlässt seinen Christus nicht dem Tod
Das Neue des Neuen Testamentes wird freilich in sachlichen und sprachlichen
Vorstellungen formuliert, die aus jüdischem Umfeld stammen: Das NT kennt die
Vorstellung vom Tod als Gang in die Scheol (Unterwelt). Auch die Aussage,
Jesus sei hinabgestiegen in das Reich des Todes erinnert daran (1 Petr
3,19-20). In der Formel „auferstanden von den Toten" ist sie noch greifbar.
Die Gleichung Tod - Schlaf (1 Thess 5,10; 1 Kor 11,30; Mt 27,52; Apg 7,60; 2
Petr 3,4) hat jüdische Parallelen (Jer 51,39; Ijob 14,22 u. a.). |
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