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Ungenaue Übersetzung des
mythischer Kosmologie entstammenden griechischen Ausdrucks zodiakos kyklos.
Mit ihm wird jene die Erde umspannende Zone, in der sich - geozentrisch
betrachtet - die Sonne, der Mond und die Planeten bewegen, als
Herrschaftsbereich kosmischer „Lebewesen" (zodia) bezeichnet. Zu
unterscheiden sind der siderische Tierkreis und der tropische Tierkreis
Der siderische Tierkreis ist eine Folge von Fixsternkombinationen, sog.
Sternbildern. Deren Umfang, Zahl und Namen variierten in der Frühzeit der
Astrologie/Astronomie. Um 500 v. Chr. kannten die Griechen den Tierkreis in
seiner von da ab in unserem Kulturraum kanonischen Ausprägung: mit den 12
Sternbildern Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage,
Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische. Ihre Namen sind bildhafter
Ausdruck der unterschiedlichen Wirkungen der Sonne im Laufe des Jahres. Die
Ausmalung der Sternbilder: auf alten Himmelskarten geht auf Aratos (um 270
v.Chr.) zurück.
Zur genaueren Zeitbestimmung entwickelte man in hellenischer Zeit den
tropischen Tierkreis, indem man die - beidseitig zu einem Gürtel erweiterte
- Sonnenbahn (Ekliptik), beginnend mit dem Frühlingspunkt (d. i. der
Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Äquator, an dem die Sonne während der
Frühlingstagundnachtgleiche steht in 12 Abschnitte von je 30° einteilte und
auf diese sog. Tierkreis-Zeichen die Namen und Bedeutungen der ungefähr
gleichzeitig von der Sonne durchlaufenen Tierkreis-Sternbilder übertrug.
Gegenüber dem siderische Tierkreis verschiebt sich jedoch - aus
geozentrischer Perspektive - infolge der Kreiselbewegung der Erdachse
innerhalb von 26 000 Jahren (in einem „Platonischen Jahr") rückläufig um
eine ganze Drehung der tropische Tierkreis und mit ihm der Frühlingspunkt („Präzession
der Äquinoktien"). Die Zeit seines Durchgangs durch ein Sternbild gilt als
ein nach diesen (z. B. Wassermann) benanntes Weltzeitalter
(Wassermannzeitalter).
Die 12 Zeichen des tropischen Tierkreises sind fest den Jahreszeiten
zugeordnet. Darum sind sie - und nicht die Sternbilder - das bleibende
Bezugssystem für die kosmischen Erfahrungen, die in den zunäch den
Sternbildern zugewiesenen Namen zum Ausdruck kommen, wie auch für die von
der Astrologie behaupteten Entsprechungen zwischen dem Makrokosmos und dem
Menschen als Mikrokosmos. Grundlegend für die mittelalterliche Heilkunde
handelte Notemaus (2. Jh. n. Chr.) Entsprechungen zwischen einerseits den
Zeichen und andererseits den einzelnen Teilen des menschlichen Körpers, den
verschiedenen Tieren, Pflanzen, Mineralien und Edelsteinen, sogar den
Ländern und Völkern. Grundlage zur Charakterisierung solcher Entsprechungen
ist die Zuordnung der Planeten und besonders je einer der vier Elemente
(Feuer, Erde, Luft, Wasser) zu den Tierkreis-Zeichen. Dadurch ergeben sich
auch Verwandtschaften bzw. Spannungsverhältnisse zwischen den einzelnen
Zeichen - je nach ihren Winkelabständen („Aspekten") innerhalb des
Tierkreises. Eine Unterteilung der Zeichen bilden ägyptischer Tradition
entstammenden, je einen Tierkreis-Abschnitt von 10° bestimmenden „Dekane".
Als markante Punkte gelten die „Mondknoten" = die Schnittpunkte der Mondbahn
mit der Ekliptik („Drachenkopf` bzw. „Drachenschwanz"): Nur bei dieser
Mondposition sind Sonnen- und Mondfinsternisse möglich.
Darstellungen des Tierkreises als eines Symboles himmlischer wie irdischer
Wirklichkeit finden sich in der Antike auch im Judentum. Im Christentum sind
sie ein Hinweis auf die Weltherrschaft Christi.
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