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Theologie - jüdisch |
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Wie es im Judentum eine
Pluralität von Traditionen gibt, die erst nach der Zerstörung des zweiten
Tempels (70 n. Chr.) unter der Hegemonie der
pharisäisch-rabbinisch-talmudischen Strömung etwas einheitlicher wurde, gibt
es ebenfalls eine Vielzahl verschiedener Lehren über Gott und sein
Verhältnis zur Schöpfung, zumal zu seinem Bundesvolk Israel. Mit dem Fehlen
eines autoritativen Magisteriums hielt sich das jüdische Denken und
Formulieren der Grundprinzipien des göttlichen Seins, Wirkens und Handelns
eher im exegetischen, homiletischen oder (später) philos. Rahmen. Selbst für
allg. akzeptierte Glaubensgrundsätze („Dogmen") finden sich nur selten
verbindliche Formulierungen. Die jüd. Theologie aber blieb, hist.
betrachtet, weder bei der Tora noch bei der rabbinischen und talmudischen
Literatur stehen. Gerade das ma. Denken stand der Religionsphilosophie, die
in dieser Zeit ihren eigentlichen Ausgang nahm und sich bis in die Neuzeit
hinein auswirkte, näher als der systemat. oder dogmatischen Th. im christl.
Verständnis. Für die jüd. Th. gilt jedenfalls die Grundaussage, dass sie
eine „Th. von Lehrern" und nicht die eines autoritativen Lehramtes ist. Die
„Theologien" des Judentums, wie z.B. die „Jüd. Th." von F. Weber (1897),
sind zumeist Versuche, rel. Lehren aus den rabb. Quellen zusammenzulesen und
systematisiert in die Zwangsjacke eines christl. Modells zu pressen. Das
gilt selbst dann, wenn solche Werke von Juden verfasst wurden, z.B. das von
K. Kohler 1918 veröffentlichte Werk „Jewish Theology", das auch nur die
Position des Reformjudentums wiedergibt. Andere vermeiden entweder das Wort
Th. (E. E. Urbach) oder doch den Anschein einer Systematik (S. Schechter).
Kritisch anzumerken ist jedenfalls, dass die meisten Theologien des „Alten
Testaments" von christl. Bibelwissenschaftlern geschrieben sind. Das einzig
bedeutende Werk über die frührabb. Th., das in diesem Zusammenhang eine
Sonderstellung einnimmt, ist das von dem protestantischen Gelehrten G. F.
Moore. Ein neuer Versuch, eine jüd. mystische Th. zu erschliessen, ist vor
allem mit dem Namen G. Scholem verbunden; ein origineller Versuch,
zeitgenössisches jüd. Denken darzustellen, liegt in dem lexikonartig
konzipierten Band von A. A. Cohen und P. Mendes-Flohrvor. Treffend lässt
sich eine jüd. Th. mit einem Bonmot, das wie alle Bonmots cum grano salis zu
nehmen ist, charakterisieren. In einer Rezension zu einem Buch „Die systemat.
Th. der Synagoge" hiess es etwas ironisch: |
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