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(griech. Kunstwort:
„Fernleiden", „Fernerfahren")
ist eine nicht durch die uns bekannten Sinne vermittelte Erfahrung von
psychisch geistigen Vorgängen einer anderen Person (Gefühle, Antriebe,
Gedanken, Vorstellungen usw.). Sie ist der am besten untersuchte Teilaspekt
der Aussersinnlichen Wahrnehmung (= ASW). Diese Untersuchungen haben
hinreichend unter Beweis gestellt, dass die telepathische Kommunikation mit
den bekannten Sinneswahrnehmungen nicht erklärbar ist.
Zudem konnten folgende Zusammenhänge nachgewiesen werden:
1. Der Inklinationseffekt, d. h. nach anfänglichem Erfolg setzt ein Absinken
der Treffsicherheit ein, die am Ende wieder am anfänglichen Erfolg
anschliesst.
2. Der Reiz der Neuheit, die innere Verbundenheit von Sender und Empfänger,
von Lehrer und Schüler sowie von Experimentator und Versuchsperson fördern
die telepathische Kommunikation. Bei den Persönlichkeitsstrukturen wirkt
Extraversion förderlich, während Neurotismus hemmend wirkt.
3. Die vom aussersinnlichen Wahrnehmungs-Erfolg Überzeugten weisen grössere
Erfolge auf als ihre Verneiner. Auch innerliche Zustände, wie Meditation,
Hypnose, Entspannung und Traumerlebnisse, können förderlich sein.
4. Neben der bewussten Gedankenübertragung scheint vor allem die unbewusste
Telepathie von besonderer Bedeutung für das gesellschaftliche Leben zu sein.
Bezüglich der Ursachen sind Übertragungsmodelle, die physikalische
Informationsübermittlung kopieren, ungeeignet. Die Parapsychologen sprechen
daher von PSI, einem griech. Buchstaben, der von Thoules und Wiesner 1948
zur Bezeichnung der aussersensomotorischen Kommunikation vorgeschlagen
wurde. Dieses PSI sei etwas Nicht-Physikalisches, trotzdem aber Teil eines
genetischen Systems des menschlichen Organismus. Letztlich bleibt die Frage
der Ursache noch offen.
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