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Taufe

Die auf den Namen des dreieinigen Gottes gespendete Wasser-Taufe wird von allen christl. Kirchen und Konfessionen als das grundlegende Sakrament anerkannt, das die Eingliederung in die Kirche Jesu Christi eröffnet. Was die religions-geschichtliche Herkunft betrifft, besteht in der heutigen Forschung allg. Übereinstimmung darüber, dass die christliche Taufe sich nicht (trotz einiger Parallelen in Einzelzügen) aus den vielgestaltigen Riten der jüdischen und hellenischen Umwelt (kultische Tauch- und Reinigungsbäder, Proselytentaufe u. ä.), insbesondere auch nicht aus den hellenischen Mysterienkulten ableiten lässt. Sie hat vielmehr ihr unmittelbares Vorbild in der Johannes-Taufe, der auch Jesus sich unterzogen hat und die - auch darüber besteht Konsens - in ihrer speziellen Ausprägung und Sinngebung ein religions-geschichtliches Novum, eine originäre Schöpfung des Täufers, darstellt. Ihre Einmaligkeit, Unwiederholbarkeit und Vollzugsform (keine Selbst-Taufe) sowie ihre inhaltliche Qualifizierung als „Umkehr-Taufe zur Vergebung der Sünden" (Mk 1,4 par) verbinden sie mit der christlichen Taufe, die ihrerseits jedoch als Übereignung an Jesus („Taufe auf den Namen Jesu", Apg 2, 38 ; 10, 48 ; 19, I -6, als Übereignungsformel) und durch die Mitteilung des HI. Geistes als eschatologischer Heilsgabe (Mk 1, 8; Joh 3,5) von vornherein einen von der Johannes-Taufe wesenhaft verschiedenen Charakter hat. Dadurch veränderte sich auch das Verständnis der Umkehr im Sinne der Heils-(nicht: Gerichts-)Verkündigung Jesu: Die christliche Umkehr-Taufe vermittelt die positive Heils-teilhabe an der in Jesus Christus schon angebrochenen Gottesherrschaft. Die christliche. Taufe wurde in der nachösterlichen Kirche von Anfang an gespendet.
Aus den reichen Taufe-Aussagen des Neuen Testamentes können im folgenden nur die wesentlichen Linien angedeutet werden. Mit de Taufe ist von vornherein ein ekklesiologisches Verständnis verbunden. Sie ist nicht nur die unerlässliche Bedingung für die Heilserlangung des einzelnen, sondern der grundlegende Aufnahmeakt (Initiation) in die neue Heilsgemeinschaft der Christus Gläubigen, Eingliederun in die Kirche als „Leib Christi" und gerade dadurch zugleich Eingliederung in Übereignung an Jesus Christus. Im „Namen Jesu" ist die ganze Heilswirklichkeit mit umschlossen. Das zeigt sich in noch ausdrücklichere Weise in der trinitarischen Tauf- un Übereignungsformel, die in prägnanter Kürze die Grundlagen um die trinitarische Struktur des in Jesu Christus offenbar gewordenen Heils un damit die Richtung angibt, in der sich die Wirkung der Taufe als Verbindung mit dem Leben des dreieinen Gottes entfaltet. Die ausgeprägteste Taufe-Theologie hat Paulus entwickelt. Seine Leistung besteht darin dass er die Taufe als ein Geschehen „mit Christus" erfasst, das den Täufling innerlich und bleibend mit dem entscheidenden Heilsereignis von Tod und Auferstehung Christi verbindet. Die beherrschende Leitidee von Röm 6 heisst: Was Christus widerfuhr, geschieht in ähnlicher, sakramentaler Weise auch den Christen. Die Taufe ist ein Mit-Sterben und Mit-Auferstehen mit Christus. Damit verbindet Paulus aber zugleich die ethische Dimension der Taufe, die Verpflichtung zu christlichem Leben. Die Taufe markiert nicht nur den Übertritt zum christlichen Glauben und den Eintritt in die Kirche, sie ist nicht nur Anfang des Christseins durch die Gleichgestaltung mit Christus, sondern auch beständiger Ruf zu tieferem Christwerden, der bleibende Anspruch und der unaufhörliche Antrieb zur Verwirklichung der christlichen Existenz in der Welt. Sie führt in den Gottesdienst des Alltags. Die Taufe ist also kein magisches Geschehen. Vielmehr entspricht es nach Paulus dem Wesen der Taufe, dass die sakramentalen Aussagen über die Verähnlichung mit Christus („mitgekreuzigt“, „mitgestorben", „mitbegraben", „mitauferweckt") in den ethischen Imperativ münden. Das in der Taufe geschenkte neue Leben ist Wirklichkeit (Indikativ) und Aufgabe (Imperativ) zugleich. Alle Wirkungen der Taufe (Sündenvergebung, Rechtfertigung, Heiligung, Geistmitteilung) können als Folge der Eingliederung in das Christus-Geschehen von Tod und Auferstehung verstanden werden. Eine gute Zusammenfassung dieser komplexen Wirkungen bietet Tit 3,4-7. Die vom Taufe-Ritus her sich nahelegende Grundvorstellung ist die Taufe als Bad der Sündenreinigung. Das Schwergewicht liegt jedoch auf den positiven Heilswirkungen: Die Taufe schafft eine neue Existenz (Wiedergeburt und Erneuerung), die schöpferisch vom Heiligen Geist bewirkt wird. Durch die Blickrichtung auf die Christusverähnlichung und die Geistwirklichkeit hebt sich das Verständnis der christlichen Taufe grundlegend von ausserchristlichen Riten und Vorstellungen ab. Durch die Geistmitteilung wird die christliche Taufe zugleich als ein eschatologisches Heilsgeschehen beschrieben. Bezeichnend für Tit 3,4-7 ist ferner die Einordnung der Taufe in den grossen Zusammenhang des göttlichen Heilshandelns in Jesus Christus. Die Taufe ist gleichsam der „Ort", an dem die „Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes" den einzelnen dadurch ergreift, dass Gott selbst ihn neu schafft durch seinen durch Christus verliehenen Geist, dass er selbst ihn rechtfertigt und ihm Erbschaft verleiht auf das ewige Leben. Daraus ergibt sich, dass Glaube und Taufe zusammengehören. Hinsichtlich der damit gestellten Frage nach der Kinder-Taufe, die seit ca. 200 ausdrücklich bezeugt wird, ist zu bedenken, dass der Glaube ebenso wie die Taufe Gabe Gottes und nicht menschliche Leistung ist und dass die Taufe im Glauben der Kirche gespendet wird, d. h. die Gemeinschaft der Glaubenden den heranwachsenden Christen begleitet und mitträgt. Problematisch wird die Kinder-Taufe allerdings dann, wenn die Begleitung durch Mit-glaubende fehlt. Hier stellen sich für alle Kirchen grosse pastorale Aufgaben.
Die ökumenische Bedeutung der einen Taufe liegt darin, dass sie die Kirchen in einer fundamentalen Einheit miteinander verbindet, die selbst durch alle Trennungen hindurch erhalten geblieben ist und die deshalb - wie die Kirchen heute gemeinsam anerkennen - auf die volle Kircheneinheit und ihre Bezeugung in der eucharistischen Gemeinschaft hindrängt.
 


 

 

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