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Stupa

Nach buddhistischer Tradition soll Buddha auf seinem Sterbebett erklärt haben, dass ausser ihm und seinen Schülern ein Herrscher und ein besonderer Buddha würdig seien, durch die Errichtung eines Stupa geehrt zu werden. Der Sanskrit-Begriff Stupa findet sich zum ersten Mal in den Veden (Vedanta) und wird dort im Sinne von „Haarknoten", „Höhepunkt" oder „Gipfel" gebraucht. Unklar ist, wie es dazu kam, dass die Buddhisten diesen Begriff zur Bezeichnung der über den Überresten des Buddha errichteten Gedenkstätte verwendeten. Nach buddhistischer Tradition wurde der Leichnam Buddhas verbrannt, seine Asche unter acht Stämmen Zentralindiens aufgeteilt und jeweils ein Stupa errichtet. Asoka (268-232 v.Chr.), der berühmte Verbreiter des Buddhismus, ordnete an, dass acht nach dem Tod Buddhas errichtete Stupen geöffnet, ihr Inhalt ausgeräumt, aufgeteilt und in andere Stupen überführt wurde, die er in ganz Indien hatte erbauen lassen. Innerhalb von drei Jahren sollen 84000 Stüpen errichtet worden sein. Einige der frühen Stupen enthalten Knochen, Goldblätter und anderen Schmuck.
Der Stupa ist eine Art Mausoleum, der in der Form eines Turmes gebaut und von einer Kuppel und einer oder mehreren Chattras (Segeltuchschirme) umgeben ist. Die frühen Buddhisten errichteten Stupen im Glauben, dass Buddha sich selbst aus dem Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt erlöst habe. Andere Weise konnten ebenfalls in Stupen beigesetzt werden, weil sie, in das Nirvana eingegangen, die Bitten ihrer Anbeter erhören konnten. Entsprechend brachten die Gläubigen ihre Gebete Buddha und anderen Weisen durch das Medium des Stupa dar.
Andere für Stupa verwendete Begriffe sind Chaitya und Pagode.
Chaitya, wörtlich „Heiligtum", war urspr. eine Versammlungshalle für Meditation und Lehrvorträge, die als Mittelpunkt einen Stupa enthielt. Als die Chaitya ihre Bedeutung als Versammlungshalle verlor und mit dem Stupa zu einer Einheit verschmolz, verloren die beiden Bezeichnungen ihren ursprünglichen Unterschied.
Das aus dem Altindisch-Persischen stammende Wort Pagode wird in Europa häufig ebenfalls für Stupa verwendet, zumal sie aus einem solchen entstanden ist und wie dieser der Aufbewahrung von Reliquien und als Grabmal diente. Die rituellen Vorgänge führten aber dann dahin, dass Pagode schliesslich zu einem anderen Namen für einen buddhistischen Tempel wurde. In diesem Sinne bezieht sich das Wort heute vor allem auf die turmartigen Tempelbauten Ostasiens, die in ihren verschiedenen Gestalten und Stufen Symbole des Absoluten, des Weltzentrums, der Weltbereiche, aber auch des Bodhisattva und Erleuchtungsweges sind. Als Tempelbau finden sich Pagoden sowohl in China, Korea wie Japan. Letztendlich lassen sich zwei Arten von Stupen unterscheiden: solche, die zur Aufbewahrung von Reliquien dienen, und solche, die Gedenkstätten herausragender Ereignisse aus dem Leben des Buddha oder anderer Heiliger sind.
Stupa-Verehrung und buddhistisches Mönchtum: „Archäologische Zeugnisse zeigen, dass Stupen von gläubigen Laien erbaut und verwaltet wurden, die nicht einer bestimmten Schule oder Richtung angehörten. Da jedoch die Stupa-Verehrung weiterhin blühte, wurden Stupen in den Mönchsgemeinschaften errichtet und begannen auch die Mönche sie zu verehren" (Akira 94). Die Stupen wurden verehrt, indem man sie umschritt, Blumen, Weihrauch, Kleidung, Tücher, Fahnen und anderen Schmuck niederlegte, Münzen darbrachte und sie mit Milch einrieb. Die buddhistischen Mönche stellten kleine, selbstgemachte Miniatur-Stupen als Devotionalien her.
Als sich die Opfergaben anhäuften, begannen die Gläubigen, sich um die Stupen herum anzusiedeln und die dargebrachten Naturalgaben und Kleidungsstücke zu gebrauchen. Dafür gaben sie den Pilgern Anweisungen zur Verehrung und erläuterten die Aufzeichnungen aus dem Leben Buddhas, die in den Stupen eingemeisselt sind.
Stupen sind heute nicht nur Objekte der Buddhaverehrung. Sie dienen auch als Zentren der Meditation und buddhistischer Studien. Zumal im Mahayana-Buddhismus spielt die Stupa-Verehrung insofern eine wichtige Rolle, als das vorrangige Lebensziel die Meditation bzw. die Erlangung der Erleuchtung ist.
 


 

 

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