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a) Der heutige
Spiritismus weist eine Vielzahl von Gruppen, „Kirchen" und Einzelpersonen
auf, die nach Struktur und Intention voneinander unterschieden werden
müssen. Den grössten Block bildet der „Familien"-Spiritismus, wo im
häuslichen Bereich versucht wird, mit den Geiste verstorbener Angehöriger
Verbindung aufzunehmen. In diesem Umfeld haben sich auch die „Mittler"
angesiedelt, Einzelpersonen, die ihren Vermittlerdienst zwischen Lebenden
und Toten gegen Honorar anbieten.
- Einen zweiten Bereich bilden die immer stärker in Erscheinun tretenden
Neuoffenbarungssekten (etw White Eagle Lodge, Geistige Loge Zürich,
Heimholungswerk u. a.), die sich jeweils um ein Medium scharen, von dem
geglaubt wird, dass es Kundgaben von den Geistern berühmter Gestalten der
Geschichte empfange.
- Daneben existieren, vornehmlich in Grossbritannien, Nordamerika, auf den
Philippinen und in Brasilien, auf spiritistischer Grundlage arbeitende
„Kirchen" mit je bis zu Tausenden von Anhängern, ausformulierten Liturgien
und Lehrsystemen sowie regelmässigen Kultveranstaltungen (auch Heilungen).
b) Die häufigste spiritistische Praktik ist die Seance, bei der die um einen
(runden) Tisch sitzenden Teilnehmer mit gespreizten Fingern und gekreuzten
Beinen die „Kette" bilden. Die „Botschaften" des angerufenen „Geistes"
werden normalerweise mit Hilfe eines auf der Tischplatte umgestülpten Glases
ermittelt, das sich durch ständigen Fingerkontakt (!) einiger Anwesender
zwischen ausgelegten Buchstabenkärtchen hin und her bewegt; bisweilen wird
auch ein für „automatisches Schreiben" präpariertes Ouija-Brett benutzt.
- Bei den Neuoffenbarungssekten lässt sich das betreffende Medium in Trance
fallen und dient so angeblich als Kontaktperson zur jenseitigen Welt.
-Seit 1959 versuchen Spiritisten auch, die Stimmen von Verstorbenen über
Radiogeräte auf Tonband aufzunehmen, um „technische Beweise" für das
Funktionieren des Spiritismus zu liefern. Als Pionier dieser sog.
„Tonbandstimmenforschung" gilt F. Jürgenson aus Schweden, der eine
„Trägerwelle" im Mittelwellenbereich entdeckt haben will (zwischen 1475 und
1484 kHz), die von den Toten angeblich als Kommunikationskanal benutzt wird.
c) Als Motive für die Hinwendung zum Spiritismus lassen sich folgende Punkte
nennen: die Suche nach Trost in schwierigen Situationen (Trauerfälle); die
Suche nach körperlicher und seelischer Heilung (Geisterärzte in
spiritistischen „Kirchen"); die Suche nach Erkenntnis und Wissen über die
jenseitige Welt; die Suche nach Lebens- und Glaubenshilfe durch
Trance-Medien.
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