eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Seele

1. Seele (psyche thymos, pneuma, anima, spiritus) ist einer der zentralsten und unschärfsten Begriffe des menschlichen Denkens. Dies hängt damit zusammen, dass mit dem Begriff Seele völlig verschiedene Eigenschaften des Menschen, nämlich Begehren, Empfinden, Fühlen, Denken, Wollen und Weisheit, zusammengefasst werden. Aus diesem Grunde mussten alle Versuche scheitern, Seele als eine selbständige Einheit zu beschreiben. So bedeutet Seele ursprünglich Lebenshauch, Atem (Geist), die den Gliedmassen innewohnende Lebenskraft, die im letzten Atemzug den Sterbenden zu verlassen scheint, das Prinzip des Lebens, Empfindens und Denkens, das übertragen als inspiratorisch erfüllender und enthusiastisch ergreifender Hauch des Geistes nach aussen und innen wirksam ist und zumindest in einzelnen Teilen den Tod überdauert. Seele hängt daher geschichtlich eng mit der Unsterblichkeit zusammen.

2. Bei den Naturvölkern begegnen wir als universalem Glaubensgut unter anderem der Vorstellung von einer oder mehreren Seelen, von denen nach dem Tod wenigstens eine fortlebt. Dabei werden mit dem Begriff Seele im allg. die Eigenschaften der Psyche (Empfinden und Fühlen) und die Eigenschaften des Geistes (Denken, Wollen, Weisheit) zusammengefasst.
So finden wir bereits in Ägypten für diese beiden Aspekte der Sele eine eigene Bezeichnung: Ka (ko, koi), die Lebenskraft, bleibt nach dem Tod der Einzelperson beim Grab. Ba, der geistige Teil der Seele, kann sich nach dem Tod frei bewegen und nimmt daher die Gestalt eines Vogels an.
Auch in China kannte man eine Leib-Seele (po), die nach dem Tod bei der Leiche bleibt und sich von den Totenopfern nährt, und eine Geist-Seele (hun), die im Reich des Himmelsgottes fortlebt, dem die Erdgottheiten unterstehen. In der indischen Religiosität wird nach den Upanisaden das Brahman nicht nur als Urprinzip betrachtet, sondern mit dem entsprechenden Prinzip der lebenden Wesen, ih-man, identifiziert. Die wahre Natur des iitman-Brahman ist die Unwandelbarkeit, Alleinigkeit und Undifferenzierbarkeit.
Bei den Babyloniern überlebt das Geistwesen Edimmu den Tod des Leibes. Nach Zarathustra werden die Menschen nach dem Tod belohnt und bestraft.

3. In der griechischen Kultur finden wir die ältesten Seelen-Vorstellungen bei Homer, wo zwischen Seele (psyche) und Geist (thymos) unterschieden wird. „Dies nun ist das Los der Menschen, wenn sie gestorben. Nicht mehr wird dann Fleisch und Gebein durch Nerven verbunden, sondern die mächtige Kraft des lodernden Feuers vernichtet alles, sobald der Geist (thymos) die weissen Gebeine verlassen und die Seele (psyche) entflieht wie im Traum und wehet ins weite" (Odyssee II). Ein Einheitsbegriff von Psyche und Geist in der Bedeutung von Seele fehlt bei Homer noch, allerdings versucht auch er schon, Psyche und Thymos zu verbinden. Als sich im 7. Jahrhundert der Glaube an die Vergeltung des menschlichen Tuns immer mehr verbreitete und man die Abhängigkeit der bewussten Seele (thymos) von der unbewussten (psyche) erkannte, wurde Psyche zusehends zum Begriff des Individuums, zum Träger bewusster Erlebnisse. Im 6. Jahrhundert fungiert die Psyche bereits als Garant der Kontinuität eines diesseitigen und jenseitigen Daseins. Den Abschluss dieses Prozesses bildet die bei den Griechen bezeugte Vorstellung von der Seelen-Wanderung als ein Kernstück pythagoreischen Denkens. Zu dieser Zeit taucht neben Psyche, Verstand und Geist (nous) immer häufiger der Begriff Pneuma auf, das als Lufthauch des Windes in seinem Wehen als zügige Kraft wie auch nach seiner eigentümlichen unsichtbaren feinen Stofflichkeit als Element bezeichnet wird. Von hier aus bekommt das Pneuma geradezu die Bedeutung von Seele (Psyche) und steht als Element neben Erde, Wasser, Feuer, aus denen sich der Körper aufbaut, wie die Psyche dem Körper gegenüber, mit dem es im Leben verbunden ist. Im Tod trennt sich das Pneuma vom Körper, um zur Erfüllung seiner höheren Bestimmung nach oben zu entweichen. Von besonderer Bedeutung ist ferner, dass bereits bei den Vorsokratikern die Psyche in genau definierter Bedeutung vom Verstand (nous) abgegrenzt wird, so dass der Seelen-Begriff eine dreifache Differenzierung erfährt: Psyche, Verstand (nous), Pneuma. Für Platon ist die Seele unkörperlich, unbewegt, aber sich selbst und damit den Leib bewegend. Sie ist ein Mittleres zwischen dem Teillosen (den Ideen) und dem Teilbaren. Sie ist präexistent. Auf Erden ist sie an den Leib, das Fahrzeug (ochema) der Seele, gebunden, den sie wie ein Steuermann lenkt. Sie ist das Lebensprinzip und besteht aus folgenden Teilen: der Vernunft, der das Streben nach Erkenntnis eigen ist, die nur dem Menschen zukommt, dem Mutartigen, dem Inbegriff der edlen Affekte und Triebe, und dem Begehrlichen. Nach Aristoteles unterscheidet sich das Beseelte vom Unbeseelten durch das Leben (De anima 11 2,2-3). Damit ist auch gesagt, dass Pflanzen, Tiere und Menschen eine Seele haben. Die menschliche Seele besitzt neben dem Seelen-Vermögen der Pflanzen und Tiere auch noch den Verstand (nous). Nur dieser gehört nicht mehr der gewöhnlichen Erscheinung, sondern der Transzendenz an. Damit wird die Geist-Seele auf die reine Verstandestätigkeit beschränkt. Im Hellenismus wird zum Unterschied von Aristoteles der ganze Kosmos als Einheit des psychisch-physischen Organismus verstanden. Der Unterschied zwischen Lebewesen, die eine Seele haben, und den Steinen oder Hölzern wird relativiert. So hält die Stoa die Seele für körperlich, und zwar als Teil der stofflich gedachten Welt-Seele. Sie steht mit dem Leib in Wechselbeziehung, ihre Substanz ist der Atem, das Pneuma. Bei der Welterneuerung ersteht die Seele wiederum als die alte. Auch nach den Epikureern ist die Seele wie alles Sein materiell. Den Bestand der Seele bedingt die leibliche Umhüllung. Mit der Vernichtung dieser Hülle zerstieben die Seelen-Atome. Im Neuplatonismus unterscheidet man zwischen Geist und Psyche So hat nach Plutarch die Psyche Anteil am Geist (nous), aus dem sie hervorgegangen ist. Sie nimmt beim Eintritt in die Sinnenwelt Kräfte auf, die ihr die Wirkung auf die Materie ermöglichen. Der Geist prägt die Psyche auf einer höheren und die Psyche den Körper auf einer niederen Seinsstufe. Damit wurde die von der Transzendenz in die Immanenz reichende Stufenleiter markiert. Eine solche Einordnung der Seele in ein gestuftes Sein findet sich bereits bei Poseidonius, auf den die Stufenreihe Soma - Psyche - Geist (nous) zurückgeht, womit eine der stoischen Psychologie an sich fremde Spiritualisierung der Seelen-Vorstellung vollzogen wird.

4. Auch die Bibel unterscheidet mit den Begriffen ruach, nephesch, pneuma, psyche, kardia, nous verschiedene Aspekte des Seelischen. So bezeichnet im Alte Testament nephesch das im Blut befindliche Lebensprinzip (Num 6,6), was in der LXX vornehmlich mit Psyche übersetzt wird, während ruach, in der LXX fast ausschliesslich mit Pneuma wiedergegeben, den Geist als Gottes Gabe bezeichnet (Dtn 34,9; Ps 50,13). Im Neuen Testament kommt ebenfalls diese Doppelbedeutung von Seele zum Ausdruck. Als Psyche ist die Seele Sitz des Lebens bzw. das Leben selbst, kann aber auch das innermenschliche Leben bedeuten, soviel wie (Ich) Person, Persönlichkeit, mit den verschiedenen Kräften der Seele (2 Kor 3,3). Als Geist (Pneuma) ist Seele Prinzip der geistigen oder vom Geist Gottes erfüllten Tätigkeit. In den paulinischen Briefen findet sich auch der Terminus nous zur Bezeichnung des geistigen Lebens in seiner natürlichen Entfaltung. Hervorzuheben ist ferner die Gegenüberstellung von Seele und Geist (1 Thess 5,23), wobei Geist die höheren Fähigkeiten des Menschen, Bildung von Allgemeinbegriffen und Reflexion bedeutet, während Psyche Lebendigkeit, Empfinden und Fühlen beinhaltet.

5. Die Lateiner gebrauchen zur Bezeichnung von Psyche, Nous und Pneuma vor allem die Worte anima, animus, mens, intellectus und spiritus, womit die Vieldeutigkeit des Seelen-Begriffes weiterbesteht. Die Frage nach ihrer Materialität oder Spiritualität wird wesentlich von der Frage des Todes und des Fortlebens bestimmt, die bei den Römern mit einer tiefen Angst besetzt ist, die man wiederum über den Seelen-Begriff zu überwinden suchte. So fand Epikurs Lehre, dass die Seele sich mit dem Tod des Körpers auflöse und der Tod daher nicht zu fürchten sei, über Lukrez und Plinius ein breites Echo bis in die heutige Zeit. Ganz im Gegensatz dazu hat Epiktet (60-117) nach Mark Aurel den Menschen als ein Seelchen verstanden, das einen Leichnam trägt. Für Mark Aurel (121-180) selbst besteht der Mensch aus drei Teilen: Körper, Lebenshauch und Geist. Cicero (106-43 v. Chr.) betont die Unsterblichkeit der Seele.

6. Die Philosophie der Patristik und das Mittelalters bedienten sich bei der spekulativen Behandlung der theologischen Probleme der platonischen (Patristik) und dann der aristotelischen (Scholastik) Seelen-Vorstellung, die jedoch in den Rahmen der Schöpfungslehre gestellt wird, wobei vor allem die Unterscheidung zwischen ungeschaffenem Geist, nämlich Gott, und dem geschaffenen Geist hinzutritt. Von einigen Vätern wie Tertullian (De anima) und Arnobius (Adv. gent. II 30) wird die Seele materiell verstanden. Apollinaris v. Laodicea lehrte den Trichotomismus (Nous, Psyche, Soma), und Origenes betonte die Präexistenz der Seele. Im allg. bedienten sich die Väter jedoch der platonischen Philosophie, weil ihnen der Gedanke der Präexistenz und der Immaterialität der Seele dem christlichen Gedankengut besser entsprach als die aristotelischen Lehren von der forma corporis. So ist nach Gregor v. Nyssa die Seele eine einfache immaterielle Substanz (De anima VI: PG 45,200). Die Auffassung einer spirituellen Substanz vertritt auch Augustinus (De Trin. XI 1). Die Aristoteliker des Mittelalters mit Thomas v. Aquin an der Spitze sahen sich hingegen mit den platonischen Aussagen über die Seele vor unüberwindbaren Schwierigkeiten bei der Erklärung der substantiellen Einheit von Seele und Leib, die sie für die Einheit der Person, für die Grundlage des moralischen Lebens und für das endgültige Schicksal des Menschen (Tod und Auferstehung) für notwendig hielten. Den Ausweg fand man in der Verbindung des platonischen Spiritualismus mit den aristotelischen Vorstellungen der Wechselbeziehung von Leib und Seele, Stoff und Form (Hylemorphismus). So ist nach Thomas v. Aquin die Seele eine geistige Substanz, die durch die Verbindung mit der Materie als Form die Materie an ihrer Substantialität teilhaben lässt. Die Seele kann dem Körper eine organische Struktur und die Potenzen des vegetativen und sensitiven Lebens mitteilen.

7. Das Verständnis der Seele in der Neuzeit ist gekennzeichnet durch die Wende von der Substantialität der Seele zur Seele als Bewusstsein. Die wichtigsten Stationen dieser Entwicklung wurden vor allem vom Geistverständnis bei Nikolaus v. Kues, Descartes, Leibniz, Kant und Fichte markiert. Nach Nikolaus v. Kues ist der Geist (mens) eine Kraft der Begriffe, mit der er alles dem Begriffe nach schafft (De ludo globi II). R. Descartes sieht nicht nur die Garantie seiner Existenz, sondern auch die Natur des Geistes im Denken gegeben, da das Denken vom Ich nicht getrennt werden kann. Der Geist ist einfach, unausgedehnt, unzerstörbar, er erfasst sich selbst als Denkendes. Als solcher (res cogitans, mens = Denkendes) steht er in absolutem Gegensatz zum Stoff, zum Körper (res extensa = Ausgedehntes). Diese Betonung des Denkens und der Trennung vom Subjekt übte einen entscheidenden Einfluss auf das europäische Geistesleben aus, der bis in die Gegenwart reicht und das aktive Denken zum Mass aller Wahrheit macht. W. Leibniz versteht den Geist als Disposition, die dem einzelnen Geistakt sachlich vorausgeht. Dies ist dadurch möglich, dass dem Körper Monaden, geistige Substanzen, zugrunde liegen, wobei jede Monade eine Welt für sich ist. Für I. Kant ist Geist schliesslich nicht einmal mehr Disposition. Er entfernt den Begriff des Geistes aus seiner krit. Transzendentalphilosophie und ersetzt ihn durch Begriffe wie „Ich", „Intelligenz", „Bewusstsein überhaupt", „Transzendentale Einheit der Apperzeption" (vgl. Allg. Kant-Index). Diese Ablehnung des Geistbegriffes sucht J. G. Fichte noch aufzufangen, doch bleibt auch für Fichte der menschliche Geist nur „das, was man sonst auch produktive Einbildungskraft" nennt, bzw. „Tätigkeit und nichts als Tätigkeit". Der Geist wird nur mehr als subjektive Aktualität verstanden. Objektiver Geist ist hingegen das, was einer Epoche (Zeitgeist), einer bestimmten Gruppe, einem Volk gemein ist: Geschichte, Moral, Recht, Gesellschaft, Staat, Sprache und Kultur. Die Vorläufer dieser Geistlehre sind Ch. Montesquieu („Der Geist der Gesetze", 1748) und J. J. Rousseau, der vom allg. Willen als Träger des staatlichen Lebens spricht. Die erste grosse systematische Ausarbeitung dieses Verständnisses von Geist ist J. G. Herders Lehre vom Volks-Geist als dem Träger der überpersönlichen geschichtlichen Entwicklung. Bei G. F. W. Hegel liegt in der Differenzierung des Geistes in subjektiven, objektiven und absoluten Geist ein Seelen-Begriff zugrunde, der weder die Annahme einer unkörperlichen Seelen-Substanz noch deren empirische Destruktion bejaht, sondern die Immaterialität der Natur bezeichnet: „Die Seele ist nicht nur für sich immateriell, sondern die allg. Immaterialität der Natur, deren einfaches ideelles Leben. Sie ist die Substanz, so die absolute Grundlage aller Besonderung und Vereinzelung des Geistes, so dass er in ihr allen Stoff seiner Bestimmung hat und sie die durchdringende identische Idealität derselben bleibt". Dieses Verständnis der Seele hatte indirekt Einfluss auf die systematische Gliederung der Schulphilosophie des 19. Jahrhunderts, auf den Gedanken der Kontinuität, der allseitigen Verbundenheit geistiger Erscheinungen (Milieutheorie, Gesamt-Geist, höhere Geisteswelt) sowie auf die Grundkategorien des Geschichtsverhältnisses in der historischen Schule.

8. In der Gegenwart griff W. D. Dilthey unter dem Einfluss der historischen Schule den Begriff des „objektiven Geistes" auf, allerdings unter Verzicht des absoluten Wissens, und bezeichnete ihn als „Objektivation des Lebens" in jeder Hinsicht. Die Fortführer der Gedankengänge von Dilthey, deren bedeutendster M. Heidegger war, haben auf die Begriffe Seele und Geist meist verzichtet. Dies hängt damit zusammen, dass im 19. Jahrhundert mit dem Auftreten einer positivistischen, am unmittelbaren Objektbezug der Naturwissenschaften orientierten Denkform das metaphysische und transzendental-reflexive Denken zurückgedrängt und der Begriff der Seele auf die Gehalte des Bewusstseins und Denkvermögens des Einzelmenschen begrenzt wurde. Der Begriff des Geistes gerät sogar völlig in Misskredit zum einen, weil Geist und Rationalität, ja sogar technische Rationalität gleichgesetzt und als lebensstörend bezeichnet werden, zum anderen, weil in sprachphilosophischen und neopositivistischen Richtungen der analytischen Philosophie der Gegenwart der Begriff „Geist" als nicht eindeutig zu definierender Ausdruck verworfen wird. Schliesslich ist auch noch in der Anthropologie und Psychologie eine Tendenz festzustellen, die Begriffe „Geist" und „Seele" wegen deren Behaftung mit metaphysischen Bestimmungen und Gehalten zu vermeiden und von bewussten und unbewussten psychischen Reaktionen zu sprechen.

9. Diese Entwicklung des Seelen-Verständnisses findet auch in der Theologie ihren Niederschlag, was vor allem in einem veränderten Verständnis der Unsterblichkeit, einer Art Antiplatonismus, zum Ausdruck kommt, indem man gegenüber dem Dualset von Leib und Seele die Einheit des Menschen betont. Mit Berufung auf die Bibel, besonders auf das Alte Testament, wird die Vorstellung einer Trennung von Leib und Seele als platonischer Idealismus abgewiesen. Nach der biblischen Lehre gehe der Mensch im Tod nach Leib und Seele zugrunde. So verschwand die Bezeichnung Seele sogar aus der Totenliturgie des Rituale Romanum (1970). Demgegenüber stellte die Glaubenskongregation am 17. Mai 1979 in einem Schreiben zu einigen Fragen der Eschatologie: OR (dt.) 32/33 (10.8. 1979) 5, u.a. folgendes fest: „Die Kirche hält an der Fortdauer und Subsistenz eines geistigen Elements nach dem Tode fest, das mit Bewusstsein und Willen ausgestattet ist, so dass das ,Ich des Menschen' weiterbesteht. Um dieses Element zu bezeichnen, verwendet die Kirche den Ausdruck ,Seele`, der sich durch den Gebrauch in der Heiligen Schrift und in der Tradition fest eingebürgert hat. Obwohl sie nicht übersieht, dass dieser Ausdruck in der Heiligen Schrift verschiedene Bedeutungen hat, ist sie doch der Auffassung, dass es keinen stichhaltigen Grund dafür gibt, ihn abzulehnen, zumal ja irgendein sprachlicher Ausdruck zur Stütze des Glaubens der Christen einfach notwendig ist."

10. Von wissenschaftlicher Seite kommt heute der Anstoss für das Verständnis einer Substantialität der menschlichen Seele von der Naturwissenschaft. So schreibt der bedeutende Neurologe und Neurochirurg W. Penfield (1964): „Der Geist ist der Mensch, den man kennt. Er muss während Perioden des Schlafes oder des Komas stets Kontinuität haben. Dann mutmasse ich auch, dass dieser Geist nach dem Tod des Menschen irgendwo weiterleben muss." Für K. Popper und den Nobelpreisträger J. Eccles (1985) bieten die Phänomene der Wechselwirkung von Gehirn und Denken hinreichende Indizien dafür, dass es ein von der physischen Welt getrennt vorhandenes Bewusstsein gibt. Besonders deutlich werden diese Indizien bei den veränderten Bewusstseinszuständen, in denen sich bei Reduzierung der Funktionen des Organismus bis zum völligen Funktionsstillstand eine Klarheit des Bewusstseins einstellt, die jene bei normalen Bewusstseinszuständen weit übertrifft. Zudem setzt der Glaube an die Auferstehung der Toten die Fortdauer eines personalen Kerns nach dem Tod des Menschen voraus. Schliesslich ist es beim heutigen Wissen um die mit dem traditionellen Seelen-Begriff abgedeckten Phänomene der Psyche (Empfinden, Fühlen) und des Geistes (Wollen, Denken, Weisheit) angebracht, mit Seele jene Phänomene des Geistes zu bezeichnen, die sich grundsätzlich von denen der Psyche unterscheiden. Empfindungen und Gefühle überkommen das Ich. Nur in den Bereichen des Geistes ist das Ich, die Person, der tragende Kern.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik