| Religionen |
| A-Ani Ant-Az B-Bo Br-C D-Ep Er-Fe Fr-Gl Gn-Gz H-He He-Hz IJ K |
| L-Men Mes-N OPQ R S-Schu Schu-Sz Ta-Ti To-Tz U-Z |
|
Schuld/Sünde - religionsethnologische Sicht |
|
Die weit über die
Hochreligionen hinaus prominente Vorstellung einer transzendenten
Schöpfergottheit, welche die Weltordnung festlegte, bildet die ideelle
Grundlage für das auch in vielen Volksreligionen betonte theozentrische
Normenverständnis. Oft sind auch dem Kult subalterner Gottheiten spezifische
Gebote und Verbote zuerkannt. In besonderer Weise gelten die Ahnen nicht nur
als Übermittler, sondern auch als Wächter der sittlichen Ordnung. Die
Übertretung solcher letztlich auf die mystischen Mächte zurückgeführten und
durch ihre Sanktionen geschützten Normen wird gewöhnlich als „Sünde" im
engeren Sinn bezeichnet. Sie impliziert, nach dem Glauben vieler Völker,
eine innere Befleckung, welche, wenn sie nicht durch divinatorisch
geoffenbarte Reinigungs-, Sühne- oder Versöhnungsriten, z.T. auch durch
Schuldbekenntnis und Wiedergutmachung, behoben wird, Unheil wirkt. Nicht
alle Völker haben in ihrer Sprache und ihrer Kategorisierung diesen engen
Begriff der Sünde. Nicht alle sehen in der Übertretung überlieferter Normen
eine Beleidigung von Gottheiten und Ahnen. Nicht alle unterscheiden zwischen
dem moralischen und dem schicksalmässigen Bösen oder zwischen Strafen von
seiten mystischer Mächte und „automatisch" wirkenden Sanktionen. Auch
verbindet sich mit dem Begriff der Befleckung weniger das Gefühl der
Konsternation oder das Bewusstsein eines spirituellen Verlustes als vielmehr
jenes einer akuten Gefährdung von Leben und Heil des Schuldigen und seiner
Gruppe. In vielen Volksreligionen findet man die Unterscheidung zwischen
eher neutralen sozialen Normen (mit sozialrechtlichen Sanktionen) und
rituell geschützten Geboten und Verboten, letztere oft als „Tabus"
bezeichnet. Die gleiche Normenverletzung (z. B. Diebstahl, Ehebruch,
Totschlag) kann die eine oder die andere Kategorie betreffen, je nachdem
sich die Opfer ausserhalb oder innerhalb der engeren Blutsverwandtschaft
befinden. Neben den direkten, mit Kultsymbolen und Ritualpraktiken
verbundenen Vorschriften gelten also auch grundlegende gesellschaftliche
Normen, wie Solidarität unter Brüdern und sexuelle Distanz im engeren
Familienkreis (lnzestverbot), weltweit als eine Art sakraler Gebote und ihre
Verletzung als Sünde im engeren Sinn. Unter den Verfehlungen, welche vorab
bei vielen afrikanischen Völkern mit menschlicher Bosheit verknüpft werden,
steht die willentliche Praxis der Hexerei und Unheilmagie an erster Stelle. |
Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung
Beste Internetadressen Multimedia Kunst Zukunftsdeutung & Astrologie Esoterik & New Age Traumdeutung
Magie & Märchen & Mystik Grenzwissenschaften Hexenwesen Dunkles im Netz Parapsychologie & Okkultismus etc.
Religion & Spiritualität Alte Kulturen UFO`s & Phänomene Meditation, Licht, Fortleben
Heilmethoden, -therapien, Wellness Aus-, Weiterbildung & Organisationen
Esoterisch-spirituelle Lexika Lexikon der Parapsychologie Lexikon der Esoterik