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In den asiatischen
Hochreligionen kommt die Kategorie Schuld/Sünde in unterschiedlicher Weise
zur Anwendung.
1. Im Parsismus wird eine radikale Gehorsamsforderung gegenüber dem
göttlichen Wort verlangt. Die Gläubigen werden zu einem sittlichen Kampf für
das Reich des Guten gegen das Reich des Bösen gerufen. Der Mensch hat die
Wahl zwischen der Partei des Bösen, die sündhaft ist, und dem Gott Ahura
Mazda, der von den sieben Amesha Spentas, personifizierten ethischen
Höchstwerten (gute Gesinnung, Wahrheit, Frömmigkeit, Gehorsam usw.), umgeben
ist. Beichtformulare wurden von Ahura Mazda verlesen und im kultischen
Rahmen von einer Versammlung von Priestern und Gerechten die Sünde bekannt.
2. In Indien (Vedismus/Brahmanismus) wird das Problem rel. Vergehen seit der
Frühzeit mit Bezug auf eine positive Diesseitsorientierung gesehen. Die
Götter Varuna (Hüter der kosmischen und sittlichen Ordnung) und Mitra (Gott
der Freundschaft und des Vertrages) bestrafen als kultische Vergehen
Verfehlungen gegen die Götter und die Seher der Vorzeit und als soziale
Vergehen diejenigen gegen die Manen und die Menschheit. Sie können, da Vamps
die S. wie eine Schlinge lösen kann, mit der er sonst die Übeltäter bindet,
durch das Bekenntnis der S.n und durch Opfer besänftigt werden. Die Mystik
der Up. strebt die Einheit von Atman und 7 Brahman an und bedient sich dazu
der Ehtik, die aber nach Erreichung der Erlösung überschritten wird, da gute
wie schlechte Werke an den Geburtenkreislauf binden, dem man dann entronnen
ist.
Im frühen Buddhismus gilt die Gier als Ursache für das Leiden, mithin liegt
die Aufhebung des Leidens in der Aufhebung der Gier. Der Weg zur Vernichtung
von Gier und Unwissenheit ist der der ethischen Zucht.
Der achtfache Pfad zur Aufhebung des Leidens weist den Weg:
1) Rechte Ansicht,
2) Rechter Entschluss,
3) Rechte Rede,
4) Rechtes Verhalten,
5) Rechtes Leben,
6) Rechte Anstrengung,
7) Rechte Bewusstheit,
8) Rechte Sammlung machen ihn aus.
Diese Bestimmungen beziehen sich auf die innere Zucht der Mönche.
Zehn weitere Regeln, von denen die ersten fünf auch für die Laien gelten,
regeln das Verhältnis zur äusseren Welt:
1) Vermeidung des Zerstörens von Leben,
2) Abstehen vom Nehmen nicht gegebener Dinge,
3) Enthaltung von unkeuschem Wandel,
4) Vermeidung von Lüge,
5) Enthaltung vom Genuss berauschender Getränke,
6) Enthaltung vom Essen nach Mittag,
7) Sich-Fernhalten von Tanz, Musik und Schaustellungen,
8) Vermeidung von Schmuck,
9) Schlafen auf einfachem Lager,
10) Nichtannahme von Gold und Silber.
Zur Sünden-Bekenntnisfeier Posadha, an der alle Mönche teilzunehmen haben,
werden Schuld-Bekenntnisse vorgetragen; bei der Pravarana-Zeremonie laden
sich die Mönche gegenseitig zur Busse ein. Schuld/Sünde ist hier die
Verfehlung gegen die Regeln, die zum Heilsziel führen sollen, und damit eine
Selbstschädigung.
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