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Sannyasin |
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Die Wurzel nyas bedeutet
werfen, hinterlegen, anvertrauen, entsagen, aufgeben, die Vorsilbe sam
zusammen, gänzlich, völlig. Die Kombination sannyas (sannyas) bedeutet dann
zusammenlegen, völlig anvertrauen, gänzlich entsagen. Sannyasin ist
derjenige, der sich völlig anvertraut oder der gänzlich entsagt hat. Im
Hinduismus ist Sannyasa das vierte oder das letzte Lebensstadium eines
Individuums. Jeder gläubige Hindu muss zuerst als Brahmacari (Schüler) die
heiligen Schriften bei einem Guru erlernen, dann muss er als Grhastha
(Hausherr) eine Familie gründen und die pflichtmässigen Aufgaben erfüllen.
Danach soll er sich als Vanaprastha in die Waldeinsamkeit zurückziehen und
in Askese und Meditation leben. Schliesslich kommt die Zeit, in der der
Mensch als Sannyasin auf alles verzichtet. Er lebt wie ein wandernder
Bettler: „Er soll nichts mehr sein eigen nennen ... Er soll weder wünschen
zu leben noch wünschen zu sterben, er soll auf die rechte Zeit warten, wie
ein Tagelöhner auf seinen Lohn. Er soll immer allein wandern, immer
schweigen ... Er soll niemals Zorn mit Zorn vergelten, segnen vielmehr
diejenigen, die ihn verfluchen. Wahrheitsliebend in der Sprache soll er die
Freude im Absoluten finden" (Manusmrti VI 45-49; vgl. Jabala Up. 5). Der
Begriff Sannyasin wird ausserdem häufig gebraucht für denjenigen, der sich
geistig beschäftigt (vgl. Malm Up. VI 10; Bhagavadgita VI 1; XVIII 2). |
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