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Sadduzäer

Die Bezeichnung „Sadduzäer" (griech. Saddoukaios ; hebr. b`no Sadoq „Sadokiden") ist der Name der neben den Pharisäern „zweiten Philosophenschule der Juden" (Josephus, Bell II 8, 14), der Standespartei des priesterlichen Jerusalemer Hochadels. Hervorgegangen aus der torazentrierten Bewegung der tlasidim der Makkabäerzeit, gingen sie spätestens bei der Okkupation des Hohenpriesteramtes durch den hasmonäischen „Laien" Jonatan (152 v. Chr.) in die Opposition und usurpierten dabei zur Legitimation eigener Interessen die Geschlechtsbezeichnung der Nachkommen des Sodoq, des salomonischen Oberpriesters (2 Sam 8, 17), während die eigentlichen Namensträger nach Leontopolis Slud /Qumran auszogen.
Als „priesterliches Establishment" dominierten sie lange in Gerusie und Synedrion in ständiger Auseinandersetzung mit den Pharisäern. Ihre politische Liberalität einerseits und ihre national-partikulare Tempelstaat-Ideologie machten sie zu Parteigängern der Hasmonäer. Unter Johannes Hyrkan und Salome Alexandra wurden sie in den Hintergrund gedrängt, von Herodes verfolgt und weitgehend ausgeschaltet. Ihre politische Kollaborationsfähigkeit führte zu einem Aufschwung in der Zeit der röm. Besatzung, in der sie die Hohenpriester stellten, die nun - politisch machtlos - in den problematischen Zwiespalt gerieten, jüd. Tora und röm. Recht anwenden zu müssen (vgl. Prozess Jesu). Da die Existenz der sadduzäischen Partei an den Bestand von Staat und Tempel gebunden war, endete sie mit deren Untergang 70 n. Chr. Die Sadduzäer waren Befürworter der traditionellen Ordnung. In ihrer religions-fundamentalistischen Ausrichtung akzeptierten sie rigoros nur die schriftlich fixierte Tora, den Pentateuch, daneben lehnten sie jede kasuistische Auslegung und mündliche Überlieferung ab, was ihnen eine individuelle Tora-Auslegung, liberale Lebensführung und politische Anpassung ermöglichte. Ihre konsequente Ablehnung der Apokalyptik (gegen die „revisionistischen Priesterkollegen" der Essener [Schubert/Maier]) incl. der prophetischen Schriften des Alten Testaments und der früh-jüdischen Messiaslehre implizierte die Ablehnung jedes Jenseitsglaubens, der Unsterblichkeit der Seele, der Auferstehung und jenseitigen Vergeltung. Ihre Diesseitsorientierung betonte die Selbstverantwortlichkeit des Menschen, die immanente Vergeltung, zentrierte sich jedoch auf das Kultgesetz und seine Verwirklichung im Tempelstaat, eine breite Basis für die Auseinandersetzung zwischen Sadduzäismus und christlicher Urkirche.
 


 

 

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