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Runen

and their origin, 1985) vertreten. Die zweite, sog. „ Griechischthese" wurde zwischen 1905 und 1913 von dem Norweger S. Bugge und dem Schweden 0. Friesen vorgeschlagen. Sie leiteten die Runen aus der griechischen Minuskelschrift des 3. Jh. n. Chr. ab und nahmen ihre Entstehung bei den Goten im Pontusgebiet an. Diese These wird heute nicht mehr vertreten, da man die ältesten Runen-Belege inzwischen früher ansetzt. Die dritte, „norditalische These" wurde 1928 von dem Norweger J. S. Marstrander begründet. Er führte die Runen auf eines der vielen norditalischen Alphabete des Alpengebietes zurück und vermutete ihre Entstehung in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten bei den Alpengermanen. Diese These findet in etwas abgewandelter Form heute noch Anklang.
Die Runen haben im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchgemacht. Schon in ältester Zeit war ihre Schriftrichtung beliebig, es gab Worttrenner. Die Reihenfolge der zunächst 24 Zeichen weicht von der der übrigen Alphabete ab; die Benennung „Futhark" stammt von den ersten sechs Zeichen. Die Runen-Reihe wurde in drei Gruppen (isländ. tettir) zu je acht Zeichen eingeteilt. Die ältesten belegten Reihen gehen auf das sog. 24typige gemeingermanische Futhark zurück, das zunächst von allen germanischen Stämmen gebraucht wurde. In Friesland und in England wurde diese Reihe dann vom 5. Jh. an zunächst um vier, später um weitere fünf Zeichen erweitert (die anglofriesischen Runen). Im Norden bildete sich zwischen dem 6. und 8. Jh. das sog. jüngere nordische Futhark, bestehend aus 16 Zeichen, heraus. Es trat in verschiedenen Gestalten auf, dem „dänischen" oder „gewöhnlichen nordischen" Runen-Futhark und den „schwedisch-norwegischen" Runen oder „Stutz-Runen", bei denen die Zweige stark verkürzt sind. Eine weitere Vereinfachung erlebten die Runen in Schweden dadurch, dass die Stäbe ganz weggelassen wurden (sog. „stablose" Runen oder „Hälsinge-Runen"). Zuletzt versuchte man, durch Punktierung einzelner Runen eine genauere Lautbezeichnung zu erhalten („punktierte Runen"). In Norwegen entwickelte sich im 13. Jh. ein eigenes Alphabet durch Vermischung der gewöhnlichen Runen mit den Stutz-Runen und punktierten Runen
Die Runen stellten nicht nur einen Lautwert dar, sondern sie waren auch Begriffs-Runen Sie trugen Namen, die nach dem akrophonischen Prinzip gebildet worden waren, d. h., der Lautwert einer Rune (abgesehen von der z- und der r)-Rune) steht im Anlaut des Runen-Namens. Diese Namen sind jedoch erst aus einer späteren Zeit erhalten, und so können die Namen der ältesten gemeingermanischen Runen-Reihe nur erschlossen werden. Durch die Einteilung der Jette konnten die Runen auch als Geheimschrift verwendet werden. Die Belege stammen jedoch erst aus dem 8. Jh. n. Chr. In welchem Umfange die Runen schliesslich auch magische Bedeutung gehabt haben können, ist noch nicht recht geklärt.
 


 

 

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