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Prophet - andere

Der Prophet ist als Verkünder des göttlichen Willens, den er öffentlich kundtut und interpretiert, ein Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Der Gott erwählt seinen Propheten, ja zwingt ihn in seinen Dienst und teilt ihm seinen Willen mit Hilfe von Auditionen und Visionen mit. Dieses Ergreifen durch den göttlichen Geist wird äusserlich sichtbar durch unterschiedliche Stufen der Besessenheit, also ekstatisch-enthusiastische Erscheinungen. Hier liegen Berührungen zum Schamanismus, von dem direkte Linien bis zu dem Phänomen des Propheten reichen. Die Bezeichnung Prophet taucht aber auch als Titel in der Antike auf. So wurde er zur Bezeichnung fremder Priester benutzt. Auch die römischen Kaiser Hadrian und Julian trugen den Titel Prophet Die Sibylle war eine prophetische Frauenerscheinung, die, von einem Gott ergriffen, in ekstatischer Form meist Unheil weissagte und deren Name schliesslich zu einem Gattungsnamen für diese Art weiblicher Prophetie wurde. Ihre prophetischen Aussprüche, die in den Sibyllinischen Büchern gesammelt vorliegen und von König Tarquinius Superbus gekauft worden sein sollen, wurden in Krisenzeiten auf Antrag zu Rate gezogen. In Griechenland hatten die weiblichen Medien der Orakelstätten, so die Pythia in Delphi, prophetische Funktionen. Hier sind einige vorbereitende Handlungen bekannt, die die Prophetin vorzunehmen hatte. Sie trank Wasser aus der heiligen Quelle Kassotis und kaute Lorbeerblätter, denn vom Lorbeer her erteilte Apollon seine Orakel. Die Pythia trug - unabhängig ihres Alters - Mädchenkleidung und galt als jungfräuliche Braut des sie ergreifenden Gottes. An ihrer Gestalt wird aber auch die Trennung von Prophet und Priester deutlich, da die hervorgestossenen Laute der ekstatischen Prophetin durch die Priester gedeutet und in verständliche Sprache umgesetzt wurden. Dass aber ein Prophet durchaus selbst die Erklärung des Geschauten mitliefern und selbst als Stifter einer Religion wirken kann, machen die beiden folgenden Beispiele deutlich.
Zarathustra, der Stifter des Parsismus, war Priester und Sänger der Volksreligion, gegen die er sich vehement wandte, nachdem er von seinem Gott Ahura Mazda in Visionen und Auditionen die neue Offenbarung erhalten hatte. Es gelang ihm, seine ekstatischen Erfahrungen in den Gesängen der Gathas wiederzugeben.
Joseph Smith (1805-1844), Prophet und Begründer der Mormonen, trat mit dem Anspruch einer neuen Offenbarung auf. Ein Engel zeigte ihm in einer Vision alte Schrifttafeln, die er mit einer magischen Brille übersetzte und in dem Buch „Mormon" niederschrieb.
 


 

 

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