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(Skt. pratitya samutpada,
P. paticca samuppada)
Das vom Buddha entdeckte „Gesetz der Entstehung in Abhängigkeit" erklärt,
wie es zu der Kette der leidvollen Wiedergeburt kommt und wie diese Kette zu
durchbrechen ist. In der einfachsten Form lautet das Gesetz: „Wenn dies ist,
dann ist jenes; wenn dies nicht ist, dann ist jenes nicht; durch die
Vernichtung von diesem wird jenes vernichtet" (Samyuttanikaya II 238).
Die volle Formel hat zwölf Glieder:
1. Durch Unwissenheit (avidya) bedingt sind
2. die Karmaformationen (samskara);
3. durch die Karmaformationen bedingt ist das Bewusstsein (vijiiana);
4.durch Bewusstsein bedingt ist das „Geistige und Körperliche" (nama-rupa);
5.durch das „Geistige und Körperliche" bedingt sind die Sechs Grundlagen des
Bewusstseins (sad ayatana);
6. durch die Sechs Grundlagen bedingt ist der Kontakt (sparsa);
7. durch den Kontakt bedingt ist die Empfindung (vedana);
8. durch die Empfindung bedingt ist das Begehren (tma):
9. durch das Begehren bedingt ist das Anhaften (upadana);
10. durch das Anhaften bedingt ist das Werden (bhava);
11. durch das Werden bedingt ist die Geburt (jati);
12. durch die Geburt bedingt sind Altern und Sterben (jara-marana) (Visuddhimagga
XVII).
Voraussetzung der Formel ist die Überzeugung, dass Leidenschaft (klesa), d.
h. Unwissenheit (avidya) und Begehren (tmut), begleitet von Gier (raga),
Hass (dvesa) und Verblendung (moha), zur Tat (karman) führt, deren Wesen
eine Willensregung (cetana) ist, und dass die Tat eine Frucht (vipaka)
hervorbringen muss. Das eherne Gesetz des Karma hält das Rad der
Wiedergeburten (Reinkarnation) im Rhythmus des Pratityasamutpada im Gange.
Von den zwölf Gliedern der Formel stellen die Nummern 1 und 2 die
Vergangenheit eines Wesens dar, 3-10 dessen Gegenwart, und 11 und 12 die
Zukunft. Jedes Glied ist gleichzeitig bedingt durch die vorhergehenden und
selber wiederum Bedingung für die folgenden Glieder. Das „Gesetz der
Entstehung in Abhängigkeit" ist ein Versuch, den Weltprozess und den
Werdeprozess des Menschen zu erklären, ohne auf die Vorstellung eines
Schöpfergottes oder eines persönlichen Ich zurückzugreifen. Die Einsicht in
diese Gesetzmässigkeit ist Erleuchtung (bodhi), Befreiung (vimukti), Nirvana.
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