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Prajna

1. Prajna (Skt.; Prajna pariha), übersetzt mit Weisheit, Intuition, Erkenntnis, ist ein Grundbegriff des Buddhismus, der im Zusammenhang mit der Erleuchtung (Skt. bodhi) bzw. dem Erwachen zum Nirvana zu sehen ist. Prajna bezeichnet mit gewissen Unterscheidungen in den verschiedenen Richtungen des Buddhismus die umfassende Erfassung der Wirklichkeit bzw. die Befreiung zu ihr. Prajna ist aber auch das, was bereits auf dem Weg zum Ziel in der Übung der Moral (sila) und der Meditation (samadhi) wirksam ist. Während im Theravada Buddhismus stärker die sprituell-empirischen Momente des Weges zur vollen Einsicht betont werden, verbindet sich im mahayananistischen Verständnis von Prajna die volle Entfaltung der intellektuellen mit der der spirituellen Fähigkeiten des Menschen; folglich spielt Prajna auch in der. sich vor allem im Bereich des Mahayana entwickelnden buddhistischen Philosophie eine hervorragende Rolle. Prajna lässt das wahre Wesen aller Dinge als Leere (Shunyata) begreifen, wobei aber auch das erkennende Subjekt als Nicht-Ich (Anatta) seinerseits als „leer" begriffen wird. Die mahayanistische Lehre von Prajna wird ausführlich in den Prajnaparamita-Sutren und ihren Kommentaren behandelt. In diesen Sutren, deren Titel wörtlich „die das andere Ufer erreichende (Skt. paramita)", somit tranzendente, erlösende Weisheit bedeutet, werden die „Vollkommenheiten" (Skt. paramita) gelehrt, die ein Bodhisattva auf dem Weg zur vollen Buddhaschaft durchläuft. Diesen Weg macht der Bodhisattva aus Erbarmen (Karuna) zu allem Lebendigen durch. Das in der Erleuchtung realisierte Nirvana trennt den Erleuchteten nicht von der Welt des Samara, diese wird vielmehr im Nirvana als Samsara erkannt. Die durch Prajna geleitete Haltung zur Welt erhält aber in der Karuna ihrerseits eine neue Wertigkeit. Stellenweise ist Prajnaparamita -vielleicht unter dem Einfluss einer südindischen Muttergottheit - als Göttin der Weisheit und „Mutter" aller Buddhas und Bodhisattvas personifiziert worden.

2. vergleichende Erforschung der in den verschiedensten Kulturen und Religionen auffindbaren Weisheitskonzeptionen befindet sich nach wie vor in den Anfängen. Sie gewinnt aber nicht zuletzt im Hinblick auf sachgerechte Typisierungen im Verhältnis von Erkennen und Liebe, Gnosis und Agape, entsprechend den vorrangig gnostischen und vorrangig agapeischen Religionssystemen, der Prophetie und Mystik, schliesslich für die rechte Einschätzung des Meditativ/Mystischen überhaupt zusehends an Bedeutung.
 


 

 

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