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Prädestination |
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Als theologischer
Terminus meint Prädestination (in allgemeinster Bedeutung) die ewige
göttliche Vorherbestimmung der Erwählten zu ihrem gnadenhaften
(übernatürlichen) Endziel. Mit diesem Begriff verbindet sich jedoch
theologiegeschichtlich eine Reihe von schwierigen und dunklen Fragen,
insbesondere über das Verhältnis von göttlicher Vorherbestimmung und
menschlicher Freiheit, von göttlicher Erwählung und menschlicher
Sinnverfehlung, von ewigem Heil und ewigem Unheil, von Prädestination und
Reprobation (Verwerfung). Die Systematisierung solcher und ähnlicher Fragen
zu Prädestinations-Lehren und Prädestinations-Theorien hat sich deshalb
immer wieder neu am kritischen Massstab der Heiligen Schrift zu messen. Der
nur im Neuen Testament, und hier auch nur im paulinischen und paulinisch
beeinflussten Schrifttum, vorkommende Begriff hat eine ausschliesslich
positive Bedeutung. Er wird hier als Grund des geschichtlichen Heilshandelns
Gottes an den Glaubenden verstanden, als Aussage über die ewige Gnadenwahl
der Menschen in Christus, die jetzt als Geheimnis des Heiles geoffenbart
ist. Als klassische Stellen dieser Prädestinations-Theologie können Röm
8,28-30 und Eph 1,3-14 gelten: Vorherbestimmung ist gleichbedeutend mit
Erwählung zum Heil. Es geht um ein geschichtlich, allen offenstehendes
Heilsangebot; „die negative Möglichkeit des Unheils wird nie im Zusammenhang
mit diesem Begriff reflektiert. In ihrer prinzipiell positiven Ausrichtung
wird Prädestination geradezu frohe Botschaft, Evangelium. Deshalb ist; die
ausdrückliche Rede von der Prädestination stets eingebunden in den
danksagenden Lobpreis der erwählenden Liebe Gottes, den Grund
eschatologischer Hoffnung. Damit ist - im Blick auf die Theologiegeschichte
- eine wichtige Feststellung getroffen: Die Heilige Schrift spricht zwar von
oder ewigen Erwählung zum Heil, aber sie kennt keine ewige Vorherbestimmung
zum Unheil, also keine doppelte Prädestination. Es; gibt in der Schrift
keine symmetrische Entsprechung, sondern nur eine Asymmetrie zwischen Heil
und Unheil, wobei dem Heil und der Erwählung entschieden der Vorrang
zukommt. Zwar spricht die Schrift unüberhörbar auch von Gericht und
Verwerfung und mahnt, die Abblehnung der angebotenen Gnade als des Menschen
eigene, reale Möglichkkeit nicht zu übersehen, gibt aber zugleichh „allen
Anlass, das Rätsel der Wirklichhkeit solcher Ablehnung stehen zu lassen",
und fordert auf, „auch noch in allen unbeantwortbaren Fragen der göttlichen
Erwählung, die Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnnis Gottes
zu preisen". Die Schrift wehrt dadurch wohl auch einem allzu neugierigen
Spekulationstrieb. Dieser muss in Aporien führen, wenn versucht wird, (Nie
Aussagen derer Schrift zur Prädestination, bes. die Fragen, die sie selbst
nicht beantworten will, in „eine universale Theorie über Gottes Wirken und
die des Menschen Heil" zu übersetzen . |
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