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Das Skt.-Wort für Opfer
ist Yajna, abgeleitet von der Wurzel yaj = anbeten, verehren, opfern usw.
Später werden auch grosse Anstrengungen symbolisch Opfer (yajna) genannt;
z. B. Brahmayajna, die Anstrengung, die Veden zu erlerne oder Bratiman zu
verwirklichen, Nryajna, die Anstrengung, Gäste freundlich aufzunehmen,
Bhutayajna, die Sorge um die niedrigeren Wesen, Pitryajna, die
Anstrengung, den Vorfahren Opfer darzubringen.
„Das Opfer ist der Nabel der Welt" (Rgveda 1164.35). „Alle Kraft für unser
Leben von dem Opfer, alle Kraft für unsere Lungen von dem Opfer, die ganze
Wirksamkeit des Opfers von dem Opfer selbst" ( Yajurveda IX 21). Im früheren
Hinduismus war das Opfer das wichtigste Element der Religion. Ein
gewöhnliches vedisches Opfer bestand aus dem Feuer-Opfer von Getreide,
Milch, Butter u. ä. sowie Somasaft auf einem Altar. Man glaubte, dass durch
solche Opfer materieller und geistiger Wohlstand erreicht werden könne. Nach
dem Purusa Sukta (Rgveda X 90) ist die ganze Schöpfung aus der Opferung des
gewaltigen Purusa, der uranfänglichen Person (Adipurusa), entstanden; weil
aber die Welt aus einem Opfer entstand, müssen die Menschen immer wieder
Opfer darbringen, damit die Welt fortbesteht.
Von Anfang an kam dem Feuer (Agni) beim Opfer eine grosse Bedeutung zu. So
ist die erste Hymne des Rgveda an das göttliche Feuer gerichtet: „Ich lobe
das Feuer, den Priester, den Gott des Opfers, den Diener des Opfers, den
Darbringer des Opfers und den höchsten Spender aller wertvollen Gaben". „Agni
trägt die Opfer in den Himmel auf ..." (Rgveda X 8Opfer4). Deshalb wird das
Opfer an Agni - Agnihotra - als unentbehrlich angesehen. Jeder Grhastha
(Hausherr) muss am Abend und in der Frühe dieses Opfer darbringen.
Die Brahmanas verwandelten die ursprünglich einfachen Opfer-Riten in ein
System komplizierter und kostspieliger Zeremonien (vgl. bes. das g'atapatha
Brahmaria). Die komplizierten Zeremonien verlangten komplizierte
Vorbereitungen. Folglich erforderten die meisten Opfer wenigstens drei
Priester: den Rezitierenden (Hota), den Singenden (Udgata) und den Opfernden
(Adhvaryu), die das Opfer mit drei Feuern (Garhapatya, Ahavaniya und Daksina)
darbrachten. Betont wurden die äusseren Riten, während die innere Haltung
völlig vernachlässigt wurde. Man glaubte sogar, dass der betreffende Gott
aufgrund der Beachtung der rituellen Vorschriften das Erbetene gewähren
müsse.
Im allg. lassen sich die Opfer folgendermassen einteilen:
a) Nitya, die täglichen oder obligatorischen Feuer-Opfer;
b) Naimittika, die gelegentlichen Opfer, z. B. bei der Geburt eines Kindes;
c) Kamya, freiwillige Opfer, z. B. um Regen zu erbitten.
Im Gegensatz zu den Brahmanas vollzieht sich in den Upanisaden ein
deutlicher Wandel vom äusseren Vollzug zur inneren Gesinnung. In gewissem
Sinne werden die Opfer-Riten sogar abgewertet (vgl. Mundaka Up. 12.7-8 und
10-11). Dafür wird die innere Opfer-Bereitschaft herausgestellt und gelobt
(vgl. Chandogya Up. III 16.1 und VI I I 5.1). Die Bhagavadgita bestätigte
diese Haltung: Jiiana (das wahre Wissen), Bhakti (die liebende
Selbsthingabe) und Karma (die Taten ohne Anhänglichkeit) werden als wahre
Opfer angesehen (vgl. Gita IV 23-33 und IX 26-27).
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