eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Neureligiöse Bewegungen in Asien

Etwa 20 Prozent der japanischen Bevölkerung halten sich zu einer der fast 400 „neuen Religionen" (shinko shukyo), in denen volkstümlich-schamanistische, shintoistische und buddhistische Einflüsse sich unterschiedlich mischen. Die älteren unter ihnen entstanden im 19. Jh. im Gefolge der Restauration der Meiji Periode und wuchsen trotz Verfolgung durch den offiziellen Staats-Shinto. Unter ihnen haben Tenrikyo („Lehre von der himmlischen Weisheit", 1838) und otnotokyo („Lehre vom grossen Ursprung", 1892) gemeinsame, auch in anderen neureligiösen Bewegungen Japans zu findende Merkmale: eine göttliche Verehrung geniessende weibliche Stifterin, oft unterstützt von einem männlichen Organisator; chiliastische Erwartung eines goldenen Zeitalters des Glücks; ein Kanon heiliger Schriften; ein zentraler, oft aufwendig errichteter Schrein; patriotische Hochschätzung Japans; vor allem Heilungspraktiken, wie sie auch in der japanischen Volksreligion eine wichtige Rolle spielen.
Von der Omotokyo abgespalten oder beeinflusst sind Sekai Kyusei Kyo („Kirche der Weltmessianität", 1928), Sekai bzw. Sukyo Mahikari („Wahres Licht", 1959) u. a. m. Krankheit wird von ihnen auf Besessenheit durch Ahnen- und andere Geister zurückgeführt und vor allem mit exorzistischen Reinigungsritualen (miteshiro, jorei, okiyome) geheilt. Mit ihrer Hilfe wird der Körper gereinigt, der Geist vertrieben oder, damit er sich in einem glücklicheren Leben reinkarnieren kann, selbst geläutert. Handauflegen sowie wunderwirkende Amulette spielen dabei eine wichtige Rolle. Moderne Medizin wird häufig abgelehnt. Die Seicho-no-Ie („Haus des Wachstums", 1930) ist in ihren Heilungsvorstellungen vom mentalen Heilen der Neugeist-Bewegung und Christian Science beeinflusst.
Andere japanische neureligiöse Bewegungen stehen in der Tradition des buddhistischen Reformers Nichiren (1222-1282) und seiner Auslegung des Lotos-Sutra. Auf dessen Mitleidsethik basiert die karitative Tätigkeit der Reiyukai („Freunde des Geistes", 1925), die dem Shinto durch die Betonung der Ahnenverehrung nahesteht. Die Rissho Koseikai („Gesellschaft zur Errichtung der Gerechtigkeit und Pflege der Gemeinschaft", 1938) und ihr Präsident Nikkyo Niwano sind durch ihr interreligiöses Engagement im Rahmen der „Weltkonferenz der Religionen für den Frieden" und des „Weltbundes für religiöse Freiheit" bekannt geworden. Niwanos Friedensengagement gründet sich auf sein Buddhismusverständnis, nach dem alle Dinge ohne Dauer und ohne Ich sind und das Nirwana im Sinne von Ruhe und Harmonie gedeutet wird. Die Hinwendung zum Friedensengagement hat sich unter dem Eindruck von Hiroshima in vielen japanischen neureligiösen Bewegungen vollzogen.
Dem kämpferischen Geist Nichirens stärker verpflichtet sind die Soka Gakkai („Gesellschaft zur Schaffung von Werten", 1930), die sich als buddhistische Laienbewegung versteht, und die ältere, jetzt aber mit ihr verbundene Nichiren Shoshu („Wahre Schule Nichirens"). Wie in allen Nichiren-Richtungen steht im Zentrum die Anrufung des Lotos-Sutra durch ständiges Rezitieren des „Namu-myohorenge-kyo" („Verehrung dem Lotos-Sütra des wundervollen Gesetzes") vor einem auf Nichiren zurückgehenden heilbringenden Mandala, dem Go-Honzon. Sie dient dem Zweck, Frieden, Glück und Erleuchtung zu erlangen. Zum phänomenalen Wachstum der Soka Gakkai trug die aggressive Mitgliederwerbung (shakubuku) bei. Die Soka Gakkai hat durch die Gründung einer Partei (Komeito, „Saubere Regierungs-Partei") im politischen Leben eine umstrittene Rolle gespielt.
Während die japanischen neureligiösen Bewegungen im 19. Jh. unter der Landbevölkerung Fuss fassten, haben sie im Modernisierungs- und Urbanisierungsprozess des 20. Jh. vornehmlich in den unteren Schichten die traditionelle Volksreligion revitalisiert, die um elementare Lebensprobleme kreist. Durch Hauskreise und Gruppengespräche haben sie das Bedürfnis nach Gemeinschaft und persönlicher Seelsorge befriedigen können. Neuere neureligiöse Bewegungen wie Shinnyo-En („Garten der Wahrheit des Buddha") nehmen sich stärker der spirituellen Bedürfnisse der neuen Wohlstandsgesellschaft an.
Die zahlreichen neureligiösen Bewegungen Koreas sind durchweg synkretistisch, nationalistisch und chiliastisch. Die Ch'ondogyo („Lehre vom Weg des Himmels", urspr. Tonghak, „Östliche Lehre", 1861) versteht sich als Vereinigung von Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus und spielte eine wichtige Rolle im koreanischen Unabhängigkeitskampf. Die einzige koreanische neureligiöse Bewegung, die sich weltweit verbreiten konnte, ist die Tong'ilgyo (Vereinigungskirche, vollständig: „Gesellschaft des Heiligen Geistes zur Vereinigung des Weltchristentums", 1954). Ihre von taoistischer Kosmologie, Schamanismus sowie christlicher Dispensationalismus und Chiliasmus geprägte Lehre zielt auf die Wiederherstellung der ursprünglichen Schöpfungsordnung und die Aufrichtung eines irdischen Gottesreiches, wobei die sakrale Weihe der Ehe und die Zeugung sündloser Kinder eine wichtige Rolle spielen, ferner ein religiös begründeter Antikommunismus.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik