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Muhammad wurde um 570
n.Chr. in Mekka auf der Arabischen Halbinsel (heute Saudi-Arabien) als Halbwaise geboren. Als er 6 Jahre alt war, starb auch die Mutter. Er wuchs beim
Grossvater und nach dessen Tod (Muhammad war damals 8) bei eine Onkel
mütterlicherseits auf.
Mekka war damals ein wichtiges Handels- und Wallfahrtszentrum. Zahlreiche
Götter wurden dort verehrt, obwohl eine gewisse Umbruchsstimmung unverkennbar
war. Sowohl der traditionelle Kodex der Stammesmoral als auch der Polytheismus waren offenbar ins Wanken geraten. Die Zeit war reif für eine allgemeingültige Ethik sowie für den Eingottglauben, der sich vereinzelt bereits
durchgesetzt hatte (vgl. Koran 29, 61-6 und zudem noch durch zahlreiche Juden in der Gegend sowie durch verschiedene christliche Gruppierungen anziehend wirkte.
Muhammad wurde wie sein Onkel Abu Talib Kaufmann und trat in die Dienste
Khadidjas,
einer reichen Kaufmannswitwe, die ihn später heiratete. Er unternahm sicher
einige wichtige Geschäftsreisen in ihrem Auftrag und war ein angesehener
Kaufmann. Mit fortschreitendem Alter wandte sich Muhammad offenbar religiösen Fragen
zu und
hatte auch visionäre Erlebnisse, von denen er seiner Frau Khadidja berichte
Sie bestärkte ihn in der Ansicht, von Gott als Prophet auserwählt zu sein, so
dass er es wagte, mit ungefähr 40 Jahren öffentlich aufzutreten und das, was
auf ihn herabgesandt worden war, zu offenbaren. Diese Offenbarung betonte
vor allem Gottes Güte und Macht und beinhaltete die Aufforderung, der Mensch
solle dankbar, grosszügig und gottesfürchtig sein und zu Gott zurückkehren,
um beim Gericht bestehen zu können.
Die Zahl derer, die Muhammads Botschaft annahmen, war klein. Die Mehrheit der
Mekkaner lehnte Muhammad ab, der Widerstand gegen seine Verkündigung wuchs. Gründe
hierfür waren evtl. die ethischen Forderungen, die als Kritik am Verhalten
der Kaufleute verstanden werden konnten, sowie die Furcht, die Ablehnung
heidnischer Religionspraxis führe zum Bedeutungsverlust Mekkas als
Wallfahrts- und Wirtschaftszentrum. Ein Boykott (616 bis 619) von Muhammads Klan
der Hashim durch die anderen Kaufleute Mekkas war die Folge. Kurz nach seiner
Beendigung starben Muhammads treue Gattin Khadidja sowie sein Onkel und Beschützer
Abu Talib. Abu Lahab, das neue Oberhaupt des Klans der Hashim, war Muhammad wenig
gewogen.
Muhammad verhandelte daher mehrfach mit Vertretern der Stadt Medina über eine
Auswanderung. Am 24. September 622 erreichten Muhammad und seine Getreuen die medinensische Oase. Die Auswanderung (arab.
Hidjra) war damit vollzogen.
Eine neue Ära begann, die eine neue Zeitrechnung zur Folge hatte. Sie
beginnt am ersten Tag des alt-arab. Jahres, in dem Muhammads Hijra stattfand, d.
h. am Freitag, dem 16. Juli 622.
Grundlage der Gemeinsamkeit zwischen den Stämmen Medinas und den
Auswanderern aus Mekka war ein Vertrag, der als „Verfassung von Medina" in
die Geschichte eingegangen ist. Er legt die Rechte und Pflichten Muhammads und
aller übrigen in Medina fest. Gemeinsame Basis ist das Bekenntnis zum
/Islam, das auch für neu hinzutretende Klane der Folgezeit massgeblich
blieb. Hinzu kommt ein Schutzabkommen für jüd. Klane, denen Existenzrecht
innerhalb dieses Gemeinwesens (umma) eingeräumt wurde.
Es scheint, dass Muhammad zunächst keine uneingeschränkte Führerrolle zukam. Er
war Wohl nur das Oberhaupt des Klans der Auswanderer aus Mekka und in
Streitfragen Ratgeber und Schlichter für alle. Politische und militärische
Erfolge, die rasch zur Ausweitung des Stadtstaates von Medina zum islamischen
Reich (incl. Mekka ab 630) geführt hatten, stärkten die Stellung Muhammads und
führten de facto zu seiner Führungsrolle, die bei seinem Tode am 8. Juni 632
unbestritten war.
Zu den Bestimmungen aus der medinensischen Zeit gehören einige
Präzisierungen beim vorherrschenden Sicherheitssystem, das auf Blutrache
beruhte (vgl. Koran 2,178 f.), die Abschaffung jeglicher Polyandrie
zugunsten einer virilokalen Polygynie, detaillierte Vorschriften über die
Verteilung des Besitzes eines Verstorbenen unter die Angehörigen (Koran 4,
11 f.) und die Festlegung der Pflichtabgabe/Almosensteuer (zakat).
In der christlichen Polemik gegen den Islam spielte vor allem das Sexualleben
Muhammads eine wichtige Rolle. Er war nach Khadidjas Tod mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet, was, gemessen mit den
Massstäben seiner Zeit, alles andere als unmoralisch war. Muhammad hatte mehrere
Kinder von mehreren seiner Frauen. Die Söhne scheinen jedoch alle schon im
Kindesalter gestorben zu sein. Unter den Töchtern ist Fatima, die Frau des
4. Kalifen 'Ali (gest. 661), die bekannteste.
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