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Ist die Anerkennung einer
einzigen, transzendenten Gottheit, die gleichzeitig andere Götter
ausschliesst (Polytheismus). Monolatrie und Henotheismus unterscheiden
sich vom Monotheismus dadurch, dass dort zwar nur ein Gott verehrt bzw. anerkannt
wird, die Existenz anderer Götter aber nicht geleugnet wird. Der Begriff
Monotheismus
setzt den Polytheismus (P.) voraus. Als monotheistische Religionen sind zu
nennen Judtentum, Christentum und Islam.
Die Religionswissenschaft hat sich lange damit beschäftigt, ob der
Monotheismus oder der Polytheismus als urspr. Form der Religion bestanden hat. So vertraten im
18./19. Jh. eine Evolution vom Polytheismus zum Monotheismus u. a. D. Hume. Ch. de Brosses,
Rousseau und A. Comte; an die Stelle des Polytheismus setzte E. B. Taylor den
Animismus. (Dass, wie auch Voltaire vermutete, der Monotheismus Urform der
Religion (Urmonotheismus) gewesen sein könnte, schienen die Forschungen von Andrew
Lang und vorallem W. Schmidt zu bestätigen. Bei ihren Untersuchungen
stiessen sie auf einen weitverbreiteten archaischen „Hochgottglauben", der
inhaltlich und entwicklungsgeschichtlich keine Beziehung zu Animismus,
Fetischismus, Magie, Totemismus usw. gehabt hat. Da dieser Hochgottglaube
zumindest untergeordnete Numina zulässt, kann er kein Monotheismus sein. Ein
kontinuierlicher Übergang vom Hochgottglauben zum Monotheismus, wie der
Evolutionismus annehmen müsste, ist ebenfalls nicht zu erweisen (R.
Pettazzonii).
Monotheistische Tendenzen zeigten sich schon in Griechenland (Xenophanes)
und in Ägypten (Ägyptische Religion), wobei ausser philosophischen und theologischen
Diskussionen auch staatlich-politische Vorgänge eine Rolle spielen
konnten. Auch in der germanischen Religion und in Indien (Hinduismus, Shivaismius, Vishnuismus) machen sich gewisse monotheistische Neigungen
bemerkbar. Wahrscheinlich aber handelt es sich eher um henotheistische oder
monistische (Monismus) Konzeptionen.
Geht man von den geschichtlichen Gestalten monotheistischer Religionen aus (so etwa
Zarathustra, Abraham, die Propheten, Jesus, Muhammad), so zeigt sich
zunächst, dass der Monotheismus immer den Polytheismus voraussetzt, ihn aber ausdrücklich
verneint und sich gegenüber dem Polytheismus durchsetzt. Eine Entwicklung von der Monolatrie über den Mono-Jahwismus zum
Monotheismus zeigt sich im AT.
Durch Jesu Verkündigung der Gottesherrschaft des einen Gottes wird der
Monotheismus
nicht tangiert. Vom Selbstzeugnis Jesu her stellt sich der christl.
Monotheismus als trinitarischer dar. Gerade hiervon unterscheidet sich der
Monotheismus des Islam, der
sich gegen den Polytheismus der vorislam. Araber wendet und der der christl.
Trinitätslehre, als Tritheismus verstanden, die Monopersonalität Gottes
entgegenhält (Triade/Trinität).
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