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Mithras |
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Ist eine seit dem 14. Jh. v. Chr. weitverbreitete indo-iranische Göttergestalt, die in den Veden und im Avesta als Beschützer der Verträge gilt, in Indien als Lichtgott dem Himmelsgott Varuna untergeordnet wird und im Iran zusammen mit Ahura-Mazdah gegen Ahriman und die Mächte der Finsternis kämpft. Die zoroastrische Reform versuchte Mithras zurück zudrängen, konnte seine Verehrung in der iranischen Volksreligion aber nicht unterbinden. Mit der Ausdehnung des Perserreiches gelangte Mithras nach Kleinasien, wo - unbekannt durch wen (Magier, Seeräuber, einmalige Stiftung eines unbekannten religiösen Genies) - seine Hellenisierung und Umformung zu einer Mysteriengottheit erfolgte. Seine grösste Verbreitung fand der Mithras-Kult im 2. und 3. Jh. n. Chr., nachdem der römische Kaiser Commodus (180-192) sich ihm zugewandt hatte. Soldaten und Kaufleute verbreiteten ihn vor allem in den Handelszentren, Militärstützpunkten und entlang des Limes vom Schwarzen Meer bis Britannien. Kaum verbreitet war er in den damals schon stark christlich geprägten Gebieten Kleinasiens, Griechenlands und Nordafrikas. In Rom sind zahlreiche Mithräen bekannt, desgleichen in Ostia, in Deutschland in dichter Folge entlang des Limes (z. B. Osterburken, Saalburg, Neuenheim, Heddernheim, Dieburg). Eine Gefahr für das Christentum ist Mithras entgegen häufigen anderslautenden Behauptungen dennoch nie gewesen. Der Kult besass keine Mitglieder aus der bodenständigen Bevölkerung; Frauen waren gänzlich ausgeschlossen. Entsprechend selten sind die Äusserungen von Kirchenvätern, die sich mit Mithras auseinandersetzen (vgl. Justin, Apol. 66,4; Tertullian, De praescriptione haer. 40, 4; De bapt. 5; De corona 15; Hieronymus, Ep. 107,2). In den Einweihungsriten und Kultzeremonien sehen sie Nachäffungen der christlichen Taufe und Eucharistie. Nach Konstantin verschwindet der Kult sehr schnell, ohne erkennbaren Widerstand zu leisten.
- Da literarische Zeugnisse nahezu vollständig fehlen und die Forschung auf die
Interpretation der Denkmäler angewiesen ist, bleibt unsere Kenntnis von
Inhalt und Bedeutung des Kultus unvollständig und unsicher. Nach
verbreiteter, aber nicht einhellig akzeptierter Auffassung schenkt Mithras, der
den Stier tötet, dessen Blut auf die Erde rinnt und aus dessen Schwanz ein
Ährenbüschel wächst, der Erde Fruchtbarkeit. Durch seine Verbindung mit dem
Sonnengott (sol invictus mit Fest am 25.12.) weitet sich die vegetative
Bedeutung zu einer kosmischen. Der Myste gewinnt in sieben Stufen (Graden)
durch kultische Begehung Anteil an den Verheissungen des Mysteriums, wenn er
sich wie Mithras Reinheit, Zucht und Wahrhaftigkeit müht. Die Namen der Grade
sind bekannt, in ihrer Interpretation jedoch kontrovers, da sie heterogenen
Bereichen entstammen: Rabe und Löwe bezeichnen Tiere, Miles einen Beruf, Perses
eine Nation, Pater eine Funktion; die Bedeutung von Nymphus und Heliodromus
ist völlig ungewiss. Unbeweisbar bleibt auch, welchem Mass ethische Forderungen
kultischen Praktiken unterstützten. |
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