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Was die Erschaffung des
Menschen anbelangt, so steht der Koran (Heilige Schrift[en] VIII) in der Tradition
der biblischen Schöpfungsberichte. Der Mensch wurde in seinem materiellen Dasein
erschaffen aus Lehm (z. B. 6,2; 7,12), Tonerde (15, 26 28) oder Staub.
Darüber hinaus aber hat Allah (= Gott) dem ersten Menschen von seinem Geist
eingeblasen. Die Übereinstimmung mit dem biblischen Schöpfungsbericht bezieht
sich sogar auf eine wörtliche Wiederholung. So hat der Korantext 32,9 „von
seinem Geist eingeblasen" das arab. Verbum nafakha (vgl. Genesis 2,7: „
blies in seine Nase den Lebensatem" mit dem hebr. Verbum naphab).
Von entscheidender Bedeutung für die islamische Auffassung der Menschen-Natur ist
der Koranvers 30,30: „Richte dein Antlitz auf die wahre Religion. Das ist
die natürliche Beschaffenheit (fitra), in der Gott die Menschen erschaffen
hat. Die Art und Weise, in der Gott sie geschaffen hat, kann nicht geändert
werden." Hier ist das Wort fitra von grösster Bedeutung. Die spätere
Tradition hat Muhammad eine Aussage in den Mund gelegt, die die Bedeutung
näher umschreibt: „Jedes Kind wird gemäss der fitra geboren; es sind aber
seine Eltern, die aus ihm einen Juden oder einen Christen oder einen Parsi
machen" (Muslim, Qadar, trad. 22; Bukhari, Tafstr, sura 30,b. 1; Qadar,
b.3). Die Bedeutung dieser Erklärung ist, dass jedes Kind von Geburt her das
Wissen um den einzigen Gott, Schöpfer des Menschen, hat. Dieser monotheistische
Glaube gehört zur Schöpfungsordnung und kann nicht geändert werden. Jedes
Kind wird also als Muslim geboren. Es ist aber die falsche Tradition der
Juden und Christen, die diese Schöpfungsordnung im Kinde zerstört. Diese
Überzeugung geht auch auf Sure 9,30 zurück: „Die Juden sagen: Esra ist der
Sohn Gottes. Und die Christen sagen: Christus ist der Sohn Gottes. So etwas
wagen sie offen auszusprechen wie die Worte derjenigen, die in früherer Zeit
schon ungläubig waren. Allah möge sie bekämpfen."
Durch die natürliche Beschaffenheit des M. als eines monotheistischen
Gläubigen hat der Koran die Kategorien der Menschheit festgelegt. Auf der
einen Seite steht die Gemeinde der Muslime. Sie hat eine von Allah gegebene
Existenzberechtigung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und zwar
aufgrund zweier Korantexte: Sure 3,110: „Ihr seid die beste Gemeinde, die
unter Menschen entstanden ist. Ihr gebietet, was recht ist, verbietet, was
verwerflich ist, und glaubt an Gott. Wenn die Schriftbesitzer (Ju• und
Christen) auch glauben wür wäre es besser für sie. Es gibt Gläub unter
ihnen, aber die meisten von ih sind Frevler." Die islam. Gemeinde deswegen
die beste Gemeinde, weil ih die beste Religion offenbart wurde. I,-
bestätigt der zweite Text (5,4): „He habe ich eure Religion vollkommen macht
und meine Gnade an euch voll det und euren Islam als Religion Wohlgefallen
angenommen." Aus die besten Gemeinde wurden die Schrift sitzer schon
ausgeschlossen. Denn haben auch sie eine Existenzberec gung in Vergangenheit
und Gegenw weil ihnen die früheren Propheten (z. Noach, /Abraham, / Mose und
/Jes und die früheren hfl.. Schriften (To Psalmen und Evangelium) offenbart
den. Deswegen räumt das islam. R - ihnen ein, unter einem Schutzvert
(dhimma) mit dem islam. Staat zu le ohne die vollen Bürgerrechte zu ha. Die
Verworfenen sind die Ungläubi und Götzendiener, die keine Existenz
rechtigung weder in Vergangenheit, genwart noch Zukunft haben.
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