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Megalithreligionen

Ist eine Sammelbezeichnung für Religionsformen mit mehr oder weniger umfangreicher Verwendung von Megalithen. Dabei lassen die Wortbestandteile „megas" (gross) und „Iithos" (Stein) zum einen ein Verständnis als Bauten oder Setzungen aus grossen Steinen zu, zum anderen die Errichtung grosser Bauten aus Steinen geringerer Grösse. Das erste ist zumal bei den prähistorischen Megalithbauten, zumeist Gräbern anzutreffen, doch werden auch grosse Kuppelgräber in Schicht- und Packbautechnik angeschlossen; das zweite gilt in grösstem Masse für die ethnologische Konzeption von Megalithik, bei der teilweise der Wortbestandteil „gross" kaum noch eine Rolle spielt oder sogar der Stein durch andere Materialien ersetzt wird. Eine wirklich überzeugende Verbindung von beidem ist nicht festzustellen; vielmehr klaffen räumlich wie zeitlich noch unüberbrückte Lücken. Entsprechend gross sind die Schwierigkeiten, die prähistorischen Erscheinungsformen, deren älteste quantitativ wirklich bedeutende und dichte Verbreitung sich im west- und nordeuropäischen Neolithikum mit einem frühesten Schwerpunkt im 4. Jt. im Südwesten und auf den Britischen Inseln findet, mit Hilfe der räumlich und zeitlich weit entfernten ethnologischen Analogien erklären. Allenfalls für ganz allg. Züge kann das möglich sein.
Selbst bei formaler Übereinstimmung zeigen sich manchmal recht unterschiedliche Funktionen: Dolmen, Ganggräber und grosse Steinkisten sind in Europa Kollektivbestattungen, vergleichbare „Bauten" anderswo oft Sitze der Ahnen und der Seelen oder auch von Geistern, während sie in Amerika gelegentlich Funktion von Sakralräumen haben. Sucht man nach einem Ansatzpunkt, der sich auch in den archäologischen Denkmälern Europas am ehesten erschliessen lässt, liegt er zunächst im Gedenken und im Kult der Ahnen und der Toten, dem durch den Stein offenbar besondere Dauerhaftigkeit verliehen wird. So erscheint die Megalithik (in einem weiten Sinn) als ein Komplex grandioser Ausgestaltung von Ideen, die an sich verschieden sein können, mit einem Zug zur Dauerhaftigkeit und zur Verbindung mit der Vergangenheit. Das kann unmittelbar den Ahnen gelten, zumal bei Gräbern, aber auch besonders bei einzelnen Steinen oder Steinhaufen, anderen Motiven zur Dauerhaftmachung und Repräsentanz, wie etwa bei Schwur- und Vertragsdenkmälern mit teils profanem, teils sakral-magischem Gehalt.
 


 

 

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