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Meditation - griechisch

Der heutige Begriff des Meditation (M.) ist wesentlich einerseits durch das christliche Mittelalter, andererseits seit dem 19. Jahrhundert durch den Orient (Hinduismus, Buddhismus, Yoga, Zen) geprägt. Die griechische religiöse Erfahrung weist in eine gänzlich andere Richtung. Der Ort der Erfahrung heiligen Wesens ist im alten Griechenland nicht die Stille der inneren Einkehr, sondern das Licht der Tageswirklichkeit. Die Weisheit teilt sich nicht der einsamen und abgeschiedenen Betrachtung mit, sondern wird im Gespräch, im Dialog erfahren. Lediglich der Dichter zieht sich gleichsam meditativ in die Einsamkeit zurück (vgl. Hesiod), um von der Muse die höhere Wirklichkeit des Mythos und der Anfangsdinge gezeigt zu bekommen. Diesen Idealismus setzt die Philosophie fort. Wie ehedem das Dichten, so verschliesst das Denken die eigentliche, die wahre Welt hinter der blossen Erscheinung. Doch die Suche danach ist bei Sokrates und Plato rational und dialogisch. In Süditalien dagegen weisen die Lehren des Parmenides und des Pythagoras meditative Züge auf, beim einen in der Schau des einen Seienden, beim anderen in der Betrachtung der als göttliche Emanationen aufgefassten Zahlen, vergleichbar der mittelalterlichen Kabbalah. Bezüge zu diesen Sinnebenen mochte die sog. „ungeschriebene Lehre" Platos aufgewiesen haben. Mit dem Fortschreiten der Spätantike ging das dialogische Denken stetig zugunsten des meditativen Schauens zurück. Der Neuplatonismus Plotins wies der M. und der in Abgeschiedenheit erlangten Erleuchtung hohen Wert zu. Inwieweit hierbei oriental. bzw. ind. Einflüsse zum Tragen kamen, ist bislang nicht geklärt, die Wahrscheinlichkeit spricht für eine Beeinflussung der in der Spätantike aufblühenden M. im Westen (auch in Verbindung mit dem 'Mönchtum) durch Indien, zu dem rege Verbindungen bestanden.
Ähnlich wie die M. war auch die Mystik, wie sie heute verstanden wird in Althellas kaum beheimatet. Sie war zunächst im griech. Verständnis dasjenige, worüber man nicht sprach (myein = verschweigen): Mysterium, Geheimnis, und bezog sich auf die Mysterienkulte (,Mysterien). Diese waren nach dem Verfall der lebensorientierten altgriech. Religion der Polis im Hellenismus mächtig aufblühende Kulte, in denen sich archaische, teils vor-hellen. agrarische Riten um den Kreislauf von Wachsen und Welken mit spätantiken Tod- und Auferstehungsspekulationen vermischten. Durch Teilnahme am Sterben und Auferstehen des jeweiligen Gottes partizipierte der Myste an seiner Göttlichkeit. Verschweigegebote kannte jedoch auch der Pythagoreismus. Demgegenüber zielte die Hauptströmung des hellen. Denkens auf Erklärung, Mittei lung, visuelle Sichtbarmachung im sprach, Text und Bild. In gewissem Si mystisch sind auch die allg. verbreite Phänomene der hl. Raserei VEkstas der Gottesbesessenheit, des „Enthusi . mös" (vgl. auch Platos „Phaidros"): • vereinigen sich Mensch und Gott i Rausch. Thrakische Einflüsse (Dionys. und uralte schamanistische Vorstell gen spielen hier eine Rolle, welche wi derum auf die Mysterienkulte einwirkt Diese im weiteren Sinne „dionysische Züge der griech. Religion sollten weit i Christentum nachwirken und prägten Ausformung der christl. Mystik entsc dend mit.
 


 

 

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