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Maske

1. Die Maske ist eine künstliche Hohlgesichtsform oder ein Aufputz, der den Träger der Maske unkenntlich machen soll. Die Aufgabe der Maske bestand also mit Vorrang darin, den Träger zu verbergen. Der Wunsch des Menschen, sich zu verwandeln, ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Frage nach dem Motiv, das bereits im prähistorischen Menschen vorhanden war, ist einfach zu beantworten: Durch die Sichtbarmachung eines anderen Wesens in der eigenen Person wollte der Mensch für sich und oft für seine Mitmenschen die Kraft Dritter gewinnen, seien diese Verstorbene, Götter oder zu Göttern gewordene Menschen, Tiere oder auch nur Geschöpfe seiner Einbildung, deren Stärke er sich zu eigen machen wollte. Bald wurde die Verwandlung zu einem Mittel der Beschwörung nicht fassbarer Mächte, daneben aber ebenso zu einem Instrument der Macht über die Mitmenschen.

Die Maske ist die Endform einer Entwicklung, deren Anfänge in der Gesichts- und Körperbemalung zu finden sind. Diesen ersten Formen der Sichtbarmachung eines anderen Geschöpfes folgte eine Phase, in der Gesicht und Körper mit Tierfedern oder Tierhaaren beklebt wurden, wobei vor allem die Bekleidung des Antlitzes bedeutungsvoll wurde. Trotz vielfältiger Bemühungen seitens der Forschung liegt aber der Ursprung ihrer Verwendung weitgehendst im dunkeln; es steht lediglich fest, dass sie in keinem speziellen Land erfunden wurde. Dieses beweist schon die Tatsache, dass der Terminus „Maske" universal gebraucht wird; mask (engl.), mascara (span.; portug.), maskharat (arab.). Man glaubt aber, die Maske und Masken-Bünde seien von Männern erfunden, um die Oberherrschaft der Frauen in der Zeit zu stürzen, in der matriarchale Rechte und Ordnungen existierten.

3. Es gibt verschiedene Arten von Masken, die teilweise noch heute gebraucht werden. So lassen sich für Europa, Japan, Indien, Zentral- und Ostafrika Masken nachweisen, die in Kriegen verwendet werden. In Burma, Japan und manchen afrik. Ländern tragen Medizinmänner Schreckens-Masken, um mit ihrer Hilfe Krankheiten zu heilen bzw. Dämonen auszutreiben. Eine ähnlich abschreckende Funktion besitzen auch die sog. Schwing-Masken, die als Schutz vor Magie und wilden Tieren verwendet werden. Die Theater-Maske hat ihren Ursprung in Griechenland und gelangte von da aus bis nach Rom und Frankreich; Japan entlieh die Maske von China.
Auch im religiösen Bereich ist die Verwendung von Masken nachzuweisen. Einige Völker, wie die Papua und Inuit (Eskimo), tragen selbstgefertigte Masken zu Ehren bestimmter Tiere, da sie glauben, mit ihnen in einer Art Verwandtschaftsverhältnis bzw. religions-magischen Beziehung zu stehen. Das Phänomen der religiösen Maskerade erscheint ebenfalls bei Trauerfeiern der Mitglieder von Geheimbünden.

Bemerkenswert ist, dass in Afrika, bes. im Westteil, die Maskerade sehr eng mit dem Ahnenkult verbunden ist. Die Masken sind Verstorbene oder stellen diese zumindest dar. So kennen die Yoruba, ein Stamm in Nigeria, den „Egungun", was soviel wie Schädel oder Skelett heisst. Dieser Egungun ist ein von den Toten wiedergekehrter Mann, der, mit einem langen Gewand aus Gras bekleidet, gewöhnlich eine hässliche Gesichts-Maske mit dünnen Lippen und langer, spitzer Nase trägt. Man glaubt, dass der Egungun beobachten will, was im Reich der Lebenden geschieht. Diese Vorstellung findet sich in ähnlicher Form auch bei den Kiwai-Papuas, die die Masken mit bestimmten Verstorbenen verbinden und ihnen den Schmuck der betreffenden Person anlegen.

5. Bezüglich der Verwendung von Masken kann man folgendermassen unterscheiden:

a) Bei grossen Festen und fröhlichen Ereignissen findet man verschiedene Arten von M.n, die in Umzügen durch die Strassen bzw. Dörfer geführt werden und somit der Unterhaltung dienen. M. und M.n-Tanz stehen in enger Beziehung zueinander und bilden oft eine untrennbare Einheit. In abendländischen Kulturkreisen war und ist die M. ein Requisit des Karnevals.

b) M.n spielen eine bedeutende Rolle in Geheimbünden, zu denen im allg. nur Männer Zugang haben. Den Mitgliedern, denen es strengstens unt sagt ist, Angaben zu den M.n zu mache üben eine tyrannische Herrschaft üb Nichtzugehörige, Frauen und Kind aus. Dieses hat zur Folge, dass die Eing weihten

c) auch im lokal-politischen B reich eine grosse Macht besitzen, da s' sowohl als Gesetzgeber wie auch als J stizbeamte eingesetzt sind. d) M.n we den zur Heilung von Geisteskrank oder bei der Überführung von Verbr ehern eingesetzt.
 


 

 

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