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(Skt.: „Kreis")
ist „ein Psycho-Kosmogramm, welches einen Eingeweihten auf dem Weg zur
Reintegration des Bewusstseins durch das Offenbarmachen des verborgenen
Spiels der im Universum und in uns operierenden Kräfte führt". Es ist ein
Hilfsmittel zur Selbstfindung oder auch zur Meditation über das
Transzendente. In den meisten Fällen ist es kein Kreis, sondern ein Viereck,
in welchem sich allerdings einzelne Kreise befinden können. Im tantrischen
Ritual wird es als ein Behältnis oder eine Wohnstätte für die Gottheiten
angesehen. Die Herstellung, auch evtl. Vernichtung eines Mandalas erfolgt nach
festgelegten Regeln, die man kennen muss, um sich orientieren zu können. In
der Mitte befindet sich das Bild oder die symbolische Darstellung einer
Hauptgottheit, umringt von einer Anzahl Gottheiten niederen Ranges, die
sowohl untereinander als auch in ihrer Stellung zur Hauptgottheit
hierarchisch angeordnet sind. Ein Mandala unterscheidet sich von einem Yantra
(„Hilfsmittel") dadurch, dass in ihm die graphische Darstellung der
Gottheiten oder deren Symbole deutlicher zutage treten und die künstlerische
Ausführung der Details kräftiger ausfällt. Ein Mandala kann „ein im Geiste
vollzogener Akt sein oder eine mit Fäden bzw. Staub angefertigte Zeichnung". Die Ausführung kann zwei- bis
dreidimensional, aus haltbarem oder vergänglichem Material sein, es kann
gezeichnet oder gemalt oder plastisch geformt aus Sand, Reis, Butter und
anderen Materialien sein. Es kann auch durch die Zusammenlegung einer Anzahl
(z. B. bronzener) Figuren hergestellt werden. Schliesslich kann es auch in
der Gestalt eines Gebäudekomplexes oder einer Stadt (wie z. B. Borobudur in
Indonesien) errichtet werden. C. G. Jung hat gezeigt, wie dem Mandala ähnliche
Zeichnungen von modernen Menschen unbewusst im Traum spontan als Ausdruck
bestimmter innerer Erfahrungen produziert werden können. Für ihn sind die Mandalas
Einheitssymbole des kollektiven Unbewussten. Auch die moderne Malerei wählt
Motive, die dem Ordnungsschema der Mandalas sehr nahe kommen.
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