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Mahdi

Im Koran kommt das Wort „mahdi" nicht vor. Wörtlich heisst es der „Geleitete" und bezeichnet einen Menschen, der in einer besonderen Beziehung zu Gott steht, von ihm geleitet wird und sich auf die Leitung Gottes einlässt. Für die Shiiten ist die Erwartung an die Rückkehr des verborgenen, unfehlbaren und sündlosen imam Mahdi grundlegender Bestandteil des Glaubens, nicht aber für die Sunniten. Der Mahdi, im eschatologischen Sinn verstanden, entsteht und findet sich erst am Ende des 7. Jh. im Volksglauben. Der Grund dafür war die Zerrissenheit im Islam selbst. Unter dem Einfluss jüdischer und christlicher Messiasvorstellungen kam bei den Gläubigen der Wunsch auf, ein von Gott „Geleiteter" möge den urspr. Zustand, eine in sich einige Gemeinde, in der das Wort Gottes rein und unverfälscht verkündet wird, wiederherstellen. In Zeiten grosser politischer und religiöser Drangsal wurde und wird der Ruf nach einem Mahdi immer laut, und es treten Mahdis auf. Allg. noch heute bekannt war der im 19. Jh. gegen die Engländer kämpfende sudanesische Mahdi Muhammad Ahmed (1843-1885).
 


 

 

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