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Lao-tzu

1. Nach der Tradition war Lao-tzu („Alter Lehrer") ein älterer Zeitgenosse des Konfuzius (551-479 v.Ch.); er arbeitete als Archivar in der Hauptstadt des Königreiches Chou. Es gibt nur wenige historisch zuverlässige Angaben über sein Leben, obwohl Legenden im Übermass vorhanden sind. Konfuzius soll Lao-tzu besucht und ihn bezüglich der guten Sitten um Rat gefragt haben. Vom „Alten Lehrer" wird gesagt, dass er ein glühender „Befolger des Weges" (Tao) war. Er war mit den moralischen und politischen Bedingungen seiner Zeit unzufrieden, so dass er beschloss, China zu verlassen. Auf diesem Weg wurde er von Grenzwächtern angehalten und gebeten, seine Weisheitsworte niederzuschreiben. Angeblich verfasste Lao-tzu dann, bevor er fortging, den „Tao-te ching" (Klassiker des Weges und seiner Kraft). Lao-tzu wurde später in der taoistischen Religion vergöttlicht (ungefähr 1. Jh. n. Chr.) und als der grosse Vorfahre der Herrscherfamilie der T`ang Dynastie (618-906) angesehen. Trotz der Schwierigkeiten bezüglich seines Lebens und dessen Historizität gilt seine Historizität weithin als gesichert; das allerdings bedeutet nicht, dass er der Autor des „Tao-te ching" (auch Lao-tzu genannt) gewesen sein muss.
Der „Tao-te ching" wird im allgemeinen auf das 4. oder 3. Jh. v. Chr. datiert, auch wenn einige Passagen aus früheren Quellen stammen können. Er ist ein kurzer Text, der rund 5000 chinesische "Zeichen" umfasst und in seiner heute vorliegenden Form in 81 Kapitel eingeteilt ist. Der faszinierende Text ist nach der Bibbel am häufigsten übersetzt worden. Im frühen 7. Jahrhundert wurde er ins Sanskrit übertragen. Eine lateinische Version wurde 1788 deckt und in London vorgestellt. Heute existieren allein rund 70 englischschsprachige Übersetzungen. R. Wilhelm ist der Übersetzer der klassischen deutschen Ausgabe. Der „Tao-te ching" ist ein äusserst schwieriger Test. Das erklärt teilweise seine häufig konträren Auslegungen. Er ist in Versen geschrieben; seine Sprache ist knapp und häufig kryptisch. Wie der Titel nahelegt, geht es inhaltlich um die Natur des Tao "Weg" und die Art und die Weise, wie sich seine "Macht" oder „Kraft" (te) zur Welt verhält.
 


 

 

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