eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Kultur(en)

1. Kultur(en) (von lat. colere = pflegen, cultura agri = Ackerbau, metaphorisch cultura animi = Seelenkultur, Cicero, Tusc. disp. 2,5) ist ein analoger, typologischer axiologischer Begriff, der im Zusammenhang mit dem Menschen, seinem Handeln und dessen Ergebnissen verwendet und dem Naturbegriff gegenübergestellt wird. Nach den in ihnen verwirklichten Werten gehören zu den wichtigsten Bereichen: Kunst (das Schöne), Moral (das Gute), Philosophie und Wissenschaften (die Wahrheit), Religion (das Sacrum) und Technik (die instrumenal-praktische Effektivität), die sich alle auf eigentümliche Weise gegenseitig bedingen und durchdringen. Der einzelne partizipiert an der Kultur durch Bildung, Initiation, Erziehung - Nachahmung und eigenes Schaffen -, wobei der Familie und Gesellschaft, der Geschichte, Tradition und Sprache, der Arbeit und Freizeit besondere Rolle zufällt.

2. In der Umgangssprache funktioniert der Kultur-Begriff weltanschaulich, und in einem beschreibenden, bewertenden oder normativen Sinn. Nach den Erfahrungen des 20. Jh. (Kriege, Wettrüsten, internationaler Terrorismus„ KZ, neokoloniale Menschenunterdrückung. Welthungersnot, ökologische Weltverschmutzung) zeigt sich im westl. Bewusstsein tiefes Misstrauen (Kultur-Nihilismus) gegen die europ. Gestalten der Kultur wie Wissenschaft und Technik. In den Einzelwisschaften, in Philosophie und Theologie, wo die Kategorie der Kultur eine zentrale Rolle spielt, hat sie mehrere, oft gegensätzliche oder komplementäre Bedeutungen. Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition der Kultur. Jede Disziplin, die stematischisch Kultur untersucht (Kultur-Philosophie, Kultur-Morphologie, Kultur-Ethnologie und Kultur-Anthropologie). Geschichte definiert die Kultur unter dem Aspekt, den von ihrem Gesichtspunkt aus für fu mental hält. Der verbreitetste soziol sierend-holistische K.-Begriff ide ziert K. mit einem Sozialsystem einer Sozialstruktur als gesellschaft gemeinschaftlicher Lebensform der schen. Die Bedeutung von K. h wesentlich vom philos. Konzept Menschen und seiner Lebenswelt ab. Die Existenzweise der K. findet ihre Lösung in der traditionellen Problematik der Universalien und somit in der K.-Ontologie. Unter den K.-Konzeptionen gibt es normative und kritische, dynamische und statische, psychologisierende und soziologisierende, ontologisierende und theologisierende, reduktionistische und holistische, naturalistische (biologische, evolutionistische), realistische und idealistische (symbolische), genetische, strukturalistische und funktionalistische. Formal lassen sich zwei Arten von Definitionen unterscheiden:
a) dynamisch als Tätigkeit (energeia), als besondere Art menschlichen Verhaltens und gestaltenden Handelns (K. als „natürliche Anlage des Menschen", 1. Kant), und
b) statisch als Werk (ergon), als Ergebnis der materiellen und geistigen Tätigkeit des Menschen, als Gesamtheit der K.-Leistungen und -Güter. Die Unterscheidung in subjektive und objektive K. ist methodischer Art, zumal beide Begriffe aufeinander bezogen bleiben.

Zu a): K. als Tätigkeit ist primär eine Fähigkeit und Leistung von Individuen, sekundär von Gruppen bzw. Sozialsystemen, die sich auf wichtige Bereiche menschlichen Verhaltens bezieht und –nach einem bestimmten Verhaltensmuster (K. als Norm und Lebensform) - auf die Pflege der natürlichen Anlagen (Dispositionen, Tugenden) des Menschen bzw. auf die Umbildung des Menschen oder der Natur zielt. Auf den Menschen bezogen meint sie (seit der Renaissance) eine Vervollkommnung und Höherentwicklung seiner leiblichen, geistigen, intellektuellen, moralischen und religiösen Kräfte und tendiert auf die Bildung einer geistigen Elite und einer der Natur hinzugefügten neuen Welt des Geistes. Die moderne Industrie-K. begrenzt K. auf die effektive Änderung und Beherrschung der Natur (Zivilisation). Entsprechend kritisierte schon J.-J. Rousseau, dass mit dem Fortschreiten der K. der Verfall der Sitten, Irrtum und Verdrängung der Vernunft Hand in Hand gegangen seien. Soziologisierende K.-Definitionen betonen den gesellschaftlichen Charakter der K.-Bildung (K. als Sozialisation und Kulturation). Für die Naturalisten (z. B. B. Ma linowski) ist K. ein Instrument der Naturanpassung und eine Einrichtung zur Befriedigung der artspezifischen Bedürfnisse des Menschen.

Zu b): K. als Ergebniszustand bedeutet zweierlei: subjektiv die spezifisch menschliche Existenzweise bzw. die durch Erziehung und Bildung des Menschen erworbenen Fähigkeiten und Weisen („innere" K., „sekundäre Natur" bzw. aussergenetisches Erbe), sich kulturell, d. h. nach einem akzeptierten Wert-und Normensystem, zu verhalten (ein „kultivierter Mensch"), objektiv entweder idealistisch (durch eine Ontologisierung der K.) eine Realität sui generis, die natürliche Umwelt des Menschen, die schon erreichte Stufe der Höherentwicklung der Menschheit, eine abstrakte, überindividuelle Grösse (Überorganismus), die Gesellschaft als Institution, den Strom von Ideen und Werten („objektiver Geist"), das erzieherische System von Zielen, Werten, Normen und Direktiven, die Gestalt des gesellschaftlichen Bewusstseins oder empirisch die Ganzheit der objektivierten, empirisch zugänglichen Leistungen des Menschen in Gestalt materieller Güter und technischer Errungenschaften.

3. Genetisch bildet das Fundament der K. die biologische, psychische und rationale Natur des Menschen. Weil K. die Schaffung des konkreten Menschen ist (ihre wesentliche Mitte ist die personale K.) und in seiner angeborenen Natur wurzelt, wird sie letztlich durch die optische Struktur des Menschen und seine existentielle Position in der Welt erklärt. Vom ontologischen Standpunkt aus ist K. grundlegend verbunden mit der menschlichen Erkenntnis und Liebe. Wo der Mensch verstandesmässig und frei handelt, vergegenständlicht er aufgrund seiner Urbild-Ursächlichkeit seine Ideen. Entsprechend ist das kulturschaffende Wirken eine breit verstandene Intellektualisierung, Rationalisierung und Hominisation sowie auf dieser Grundlage eine axiologisch-positive Humanisierung der unbelebten und belebten Natur einschliesslich des Menschen selbst. Damit zwingt der Geist seine personalen Rechte der bewusst organisierten Materie auf. Als Realisierung der menschlich-inten tionalen Akte der Erkenntnis ist jedes K.-Werk wesentlich an die analog verstandenen Werte gebunden. Der Wert der K. stammt aus ihrer genetischen und finalen Verbundenheit mit dem menschlichen Geist, insofern das Ziel der K. der Mensch selbst bleibt und nicht sein Werk. Der Mensch entdeckt verschiedene Werte in sich und in der Welt und objektiviert sie in Gestalt der konkreten K. K. im weitesten Sinn ist somit eine freie Aktualisierung der menschlichen Fähigkeiten, mit denen der Mensch die Natur zu seiner Welt gestaltet und sich von vielen (biologischen) Determinanten befreit. Weltgestaltung ist zugleich Selbstgestaltung des Menschen. In der K. manifestiert er sowohl seine Schaffenskraft als auch seine eigene Natur. Von einem kulturellen Determinismus kann insofern keine Rede sein, als die K. keine ausser-oder übermenschliche Grösse ist. Die soziobiologischen Determinanten der K. (genetische Ausstattung und Prädispositionen des Menschen) begrenzen zwar ihre möglichen Varianten, gefährden aber nicht die prinzipielle Freiheit des Menschen, sich von den verschiedenen K.-Zwängen zu befreien.

4. Funktional erschöpft sich die Bedeutung der kulturellen Tätigkeit für den Menschen nicht darin, dass die K. dem Menschen eine ökologische Nische für das biologische Überleben als Individuum oder als Gattung garantiert. Vielmehr spielt sie eine entscheidende Rolle in der geistigen Entwicklung und Vervollkommnung eines jeden Menschen und der Menschheit. In der aktiven Teilnahme am kulturellen Leben schafft der Mensch nicht nur neue Werte, sondern realisiert er sich in seinem Menschsein. Eine wichtige Funktion der K. ist ihre sinnstiftende, weltstrukturierende und Lebens- und handlungsorientierte Rolle. Sie enthält allgemeine Antworten auf die Fragen nach dem ganzheitlichen Sinn der Welt und des Menschen (K. als Ordnungs- und Deutesystem). Sie stellt Werte, Ziele und deren Hierarchie fest, liefert Verhaltensnormen, bestimmt die Beziehungen der Menschen untereinander und zu Geschichte, Tradition, Gesellschaft, Staat, Religion usw. Die traditionellen („primitiven") K.en haben diese Funktionen viel wirksamer als die m nen szientistisch-technischen K.en füllt, die mehr auf die Beherrschun auf Erkennen und Verstehen der eingestellt sind.

5.Der K.-Pluralismus und die K.-U schiede haben ihren Grund in den nigfaltigen Weisen, auf welche die schen in verschiedenen geographi Milieus von ihren Fähigkeiten Geb gemacht haben. Ein reiner K.-Unifo mus bzw. eine Welteinheits-K. kä ner Verarmung der K. gleich, weil sie Begrenzung der geistigen Entfalt möglichkeiten des Menschen bed würden. Die Feststellung und Ane nung der empirisch gegebenen k rellen Differenziertheit der Mensc ist in sich noch kein K.-Relativis Theoretisch wie praktisch gibt es je. keine unbeschränkte Toleranz gegen jeder Form von K., da der Mensch b • Schaffung seiner kulturellen Um nicht nur Werte, sondern auch G werte oder Unwerte schafft, die Existenz als Person gefährden und auch Gegen- und Un-K. sind. Hi nicht so sehr in ökonomischer und nischer Überlegenheit liegt der Grun die Unterscheidung zwischen den a gisch sogenannten Primitiv- und H K.en. Wenn bisher anerkannte G werte in Frage gestellt werden und z len, bedeutet dies einen allgem Rückschritt und Verfall der K. Wen gegen die personalen Werte des schen immer mehr akzeptiert, seine g gen Fähigkeiten entfaltet werden un • K.-Entwicklung zu einer entscheide Verbesserung der Lebensbedingu (Kampf gegen Hunger, Armut, heit, Ungerechtigkeit, Unfreiheit) ist dies ein K.-Fortschritt. Je nach schätzung der Gesamttendenz einer. Geschichte ist von K.-Pessimismus K.-Optimismus die Rede.

6. Für die kath. Theologie besteht höchste und fundamentale Kriteriu die Bewertung einer K. in ihrer Roll der Verwirklichung des endgültigen les des Menschen: seines Heils als Teilhabe an der Fülle Gottes durc volle Entwicklung des Mensc Auch wenn jedes menschliche Tun' vollkommen ist, spielt die K. doch entscheidende Rolle im Leben eines jeden Menschen auf seinem Weg zu seiner Erfüllung. Der Mensch steht in einer gottgesetzten Ordnung, zu welcher auch die K.-Entfaltung gehört. Aufgabe der Christen ist die Durchdringung der jeweiligen K. mit dem Geist des Christentums. Christlich ist eine K. in dem Masse, als sie die von Gott geoffenbarten Wahrheiten, Ideen und Werte berücksichtigt. Säkularistisch ist eine K., die nach einer "neuen", „besseren", weil gottlosen Welt strebt. Zwischen den verschiedenen K.-Bereichen und der Religion besteht in den verschiedenen Phasen der Religionsund K.-Geschichte ein Spannungsverhältnis, das von Einheit über Distanz und Feindlichkeit bis zur Verweltlichung der Religion oder radikaler Weltabkehr reicht. Typisch für das Christentum ist, dass es nicht von „dieser Welt" ist und doch aufs engste mit der K. in dieser Welt verbunden bleibt. In der kath. Kirche findet die heutige K.-Situation seit dem II. Vatikanischen Konzil besonderes Interesse. Sie steht seither in einem Prozess der Ablösung des Eurozentrismus mit folgenschweren Konsequenzen für die missionarischen Akkulturations- und Adaptationsprozesse ausserhalb Europas. Bedeutsam ist die systematische Unterweisung Johannes Pauls II. auf seinen Weltreisen, der sowohl die Universalität wie auch den regionalen Charakter der jeweiligen K. betont. Er entwirft dabei das Programm einer neuen, globalen, universalen, ökumen. und rel. K. und sieht in einem atheistischen Verweltlichungsprozess den Hauptgrund für die gegenwärtige K.-Krise. In seinem K.-Verständnis ist die fundamentale Kategorie der K. der Mensch, der nicht nur freier und rationaler Schöpfer der K. ist, sondern auch ihr unbedingt massgebender Wert, Zweck und Ziel. Eine authentische K. vermittelt zwischen Gott und Mensch. Sie dient der Humanisierung des Menschen als Person, der Bildung eines integralen Menschen mit einem sittlichen und religiösen Bewusstsein, der den Geist über die Materie, die Person über die Gegenstände, die Moral über die Technik stellt. Im Vergleich zur grundlegenden Einheit der menschlichen K. ist der Pluralismus der K.en ein Pluralismus der Wege, auf denen die Menschheit zu Gott geht, und als solcher sekundär. Das Christentum lehnt den K.-Pluralismus ebensowenig ab wie die Toleranz anderer K.en gegenüber. Es weist aber allen K.-Bereichen und -Werten ihren Platz zu. Es bindet sich an keine konkrete K., es steht zugleich in den K.en und über ihnen.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik