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Kult/Gottesverehrung im Buddhismus

Insofern der Buddhismus die Welt und den Menschen allein durch das „Gesetz der Entstehung in Abhängigkeit" (pratityasa-mutpada) aufgrund des karma erklärt, bleibt die Vorstellung eines Schöpfergottes ausgeschlossen und ein Kult, der ihn als Einzigen und Höchsten anerkennt, denkbar. Im frühen Buddhismus gehört die Überzeugung, durch Kult sein Heil zu wirken, zu den zu überwindenden Hindernissen. Auch der Buddha selber wollte nicht Gott genannt und nicht einem Kult verehrt werden. Die Laien dürften zuerst damit begonnen haben, den ins Nirvana eingegangenen Meister zu verehren, obwohl im Nirvana jede Beziehung abgebrochen sein sollte. Die frühe Verehrung bezog sich auf die historische Persönlichkeit des Buddha und kristallisierte sich um die Orte, die mit seiner Geburt, seiner Erleuchtung und seinem Tod in Zusammenhang gebracht werden. Stupen (Stupa), in denen seine Reliquien aufbewahrt wurden, waren besondere Gegenstände der Verehrung. Die Entwicklung des Mahayana-Buddhismus machte aus dem historischen Buddha eine Manifestation des „Buddha in Wesenheit" (dharmakaya), dem Attribute wie Ewigkeit, Allwissenheit, Allmacht, Liebe usw. zugeschrieben wurden, die mit der Vorstellung eines höchsten Schöpfergottes verglichen werden können. Es entwickelte sich unweigerlich ein ausgeprägter Kult des Buddha, der nun in vielen Manifestationen und unter vielen Namen - Amitabha, Bhaisajyaguru, Vairocana usw. - verehrt werden konnte. Neben den Buddhas konnte sich ein gewaltiges Pantheon entwickeln mit Verehrung einer grossen Schar namentlich angerufener Gestalten. Die Verehrung kann feierliche, öffentliche Liturgie sein mit Rezitation aus den heiligen Schriften, Hymnen, Weihrauch, Blumen und anderen Opfergaben oder sich auf private Akte mit einfachsten Anrufungen - „Namu Amidabutsu", jap., „Preis dem Buddha Amida!" - beschränken. In den Klöstern gibt es Tageszeiten mit Stundengebet. Ziel der Verehrung ist das Heil des Menschen, zu dem die angerufenen Gestalten helfen mögen, indem sie entweder sofort zur Erleuchtung führen oder Bedingungen dafür schaffen, die diesem Ziel dienlich sind. Für rein innerweltliche Anliegen stand den Buddhisten schon früh die Verehrung der Götter zur Verfügung. Die Götter, selber noch nicht erleuchtet, können nur in irdischen Anliegen helfen, sind aber nicht kompetent, wenn es um das letzte Ziel geht.
 


 

 

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