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Kult/Gottesverehrung im Christentum

Der Begriff Kult hat im Christentum unterschiedliche Bedeutungen gehabt. In der Schultheologie ist er der klassische Begriff, der in der Ethik von der Antike über die Scholastik Kult auffasst als Akt der Tugend Religion, die ihrerseits zur Kardinaltugend Gerechtigkeit gezählt wird - daher der Ausdruck „geschuldete K." Im MA (Thomas v. Aquin) erfolgt eine weitere Einengung: Kult hat im Unterschied zu Glaube, Hoffnung und Liebe nicht unmittelbar Gott selbst zum Ziel, sondern nur kultische Akte wie Kniebeuge und nur mittelbar Gott. So wird Kult im Sinn von Anbetung, Verehrung und Opfer verwendet und als Gott geschuldeter Ausdruck unserer von Schöpfung und Heilsgeschichte geforderten Hingabe verstanden. Diese einseitige Sicht wird dem christl. Liturgieverständnis nicht gerecht, denn Liturgie meint nicht nur Gottesverehrung, sondern auch und sogar zuerst das Heilshandeln Gottes an seiner Gemeinde. So ist der Begriff Kult ungeeignet, um den christl. Gottesdienst zu beschreiben.
Besser ist der Begriff Gottesdienst oder Liturgie (griech. = Dienst am Volk im Sinne einer öffentlichen Dienstleistung) als Ausdruck für den Dienst Gottes an seinem Volk und dessen Antwort als Dienst gegenüber Gott. In der Liturgie ( = L.) wird zuerst Gott in Jesus Christus durch Wort und Zeichen heilbringend an seiner Gemeinde tätig, bevor diese den Vater mit und in Christus durch den Hl. Geist dankend lobpreist. L., die Feier des Glaubens, ist eine der drei Grundfunktionen der Kirche, zu denen Martyria, die Verkündigung des Glaubens, und Diakoma, das Tun des Glaubens, gehören. Sie ist nach der L.-Konstitution des II. Vatikanums (SC) „der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strö (Nr. 10), eine „heilige Handlung, de Wirksamkeit kein anderes Tun der 4' che an Rang und Mass erreicht" (Nr. Ursprung der L. ist das Pascha-My rium Jesu Christi, sein Tod und se'' 'Auferstehung (II). Daran lässt Chris seine /Kirche in der Kraft des Hl. stes teilhaben (Nr. 5 f.). Das geschi bes. durch die L., in der er heilbring- gegenwärtig ist. L. ist daher im Kern V gegenwärtigung und Zuwendung . Heilswerkes Christi, Aktionsgenre', schuft des Hohenpriesters Christus u seiner Kirche zur Heiligung des M schen und zur Verherrlichung Gottes, Dialog zwischen Gott und Mensch. bei ist der eigentliche Träger dieses H. deins, der Mittler zwischen Gott u Mensch, Christus selbst, der „Liturge Heiligtums" (Hebr 8, 2). Das kommt v nehmlich zum Ausdruck in den Geb schlüssen „durch Christus": heilshaft v Gott, dem Vater, durch Christus zu u und aufsteigend von uns durch Chris zum Vater. L. ist Fortsetzung des Hei wirkens Christi, daher prophetisch, p ' sterlich und königlich (vgl. 1 Petr 2,' Dieses Tun geschieht unter sinnfällig Zeichen, deren wichtigstes die christli Gemeinde ist, der Leib Christi, der sic bare Träger der L., in sich gegliedert na verschiedenen Aufgaben und Dienst Alle durch die Initiation (Taufe, ' mung, Eucharistie) in die christl. meinde Eingegliederten sind liturgie hig. In der L. ist Christus gegenwärtig der versammelten Gemeinde, im Vorst her der Versammlung, im verkündet• Wort und in den eucharistischen Gest ten. Zur L. gehören die wahrnehmbar Feiern, in denen Christus in der meinde tätig wird, um die Menschen heiligen und den Vater zu verherrlich Im Zentrum steht dabei die Eucharisti feier, in der sich die Gemeinschaft Christus und damit mit Gott am intensi sten verwirklicht. Dazu gehören weit die Feiern, die den Menschen in die e charistische Gemeinde eingliedern (I itiation), ihm in besonderen Situation- helfend zur Seite stehen (Busse, Kranke salbung) oder zu einem besonder - Dienst befähigen (Ehe, Weihe). Dazu g hören auch die selbständige Verkünd gung des Gotteswortes sowie die Feier der Stundenliturgie (Gebet). über diese gesamtkirchlich geordneten liturg. Feiern hinaus gibt es weitere gottesdienstliche Versammlungen, die von den einzelnen Diözesen oder Gemeinden eigenverantwortlich gestaltet werden.
Der L. kommt im Gesamt des kirchlichen Lebens ein hoher Stellenwert zu, doch muss sie immer im Zusammenhang mit den anderen kirchlichen Aufgaben gesehen werden. So ist der Glaube Voraussetzung für die L. Zudem verpflichtet die Teilnahme an der L. zur Nachfolge Christi im selbstlosen Dienst an allen Menschen und der Welt. L. verwirklicht zwar die notwendige Vertikale Gott-Mensch, gibt aber andererseits Kraft und Verpflichtung, die Horizontale Mensch-Mensch zu berücksichtigen.
Eine Begriffsbestimmung könnte lauten: L. ist die von der Kirche, dem hierarchisch gegliederten Volk Gottes, durch den gegenwärtigen Christus im Hl. Geist unter wirksamen äusseren Zeichen und in rechtmässiger Ordnung vollzogene Aktuierung des Neuen Bundes zwischen Gott und Mensch in Fortführung des einerseits von Gott absteigenden und andererseits zu Gott aufsteigenden Priesteramtes Christi nach seiner Erhöhung bis zu der in seiner Wiederkunft anbrechenden vollendeten Königsherrschaft Gottes.
 


 

 

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