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Kuan-yin

Bodhisattva Kuan-yin oder Kuanshih-yin (Avalokitesvara) ist eine sehr populäre chin. (buddh.) Gottheit der Barmherzigkeit (in Japan bekannt als Kannon/Kwannon, in Korea als Kwanseium; der Dalai-Lama wird als eine Manifestierung der Kuan-yin betrachtet). Sie ist eine zentrale Gestalt des Mahayana-Buddhismus, wo ihre Beziehung zum Amitabah ähnlich der des Maitreya zum gakyamuni ist; die grenzenlose Barmherzigkeit des Amitabah ist durch Kuan-yin manifestiert. Kuan-yin ist wahrscheinlich ein altertümlicher Name einer lokalen Gottheit der Barmherzigkeit, Kuan-yin, adaptiert (wobei zwei Etymologien möglich sind) von den Buddhisten als Inkarnation des Avalokita (kuan) svara (yin) bzw. loka (Welt) und iSvara (Herr) („der Herr, der von oben herabschaut") oder Padmapani. Bis zur rang-Zeit (618-906) hatte Kuan-yin in China eindeutig maskuline Charakterzüge. Eine Vermischung mit Sheng-mu (taoist. „Heilige Mutter"), Prinzessin Miao-shan und Hariti wird angesichts des Geschlechtswandels der Kuan-yin in China angenommen.
Der chin. Name wird allg. interpretiert als: „hören (wahrnehmen) die Stimme (des Leidens)". K. (p'u-sa) ist Personifika tion des buddh. Mitleidens, der Barmherzigkeit. Der Name K. erscheint in China im Jahre 185 zum ersten Mal. Kumarajiva hat den Namen AvalokiteSvara mit Kuan-shih-yin („die/der [7] auf die Stimmen der Welt achtet") wiedergegeben.
Um K. haben sich viele Legenden gesammelt. Das Zentrum der Verehrung war die Insel P'u-t'o bei Ningpo, wo sie als Seegottheit verehrt wurde; sie soll die Seelen zum Paradies führen, deshalb wurde sie als „Kapitän des Erlösungsschiffes" verehrt. K. wird allerdings in der Volksfrömmigkeit bis heute als die „Geberin" der Kinder verehrt. Die Grundlage des Kultes sind die Schriften der Schule des Reinen Landes aus dem 3.-5. Jh. (Saddharma-pundar(ica, die sog. Kuanyin Sütra; Stirangarn(' Dhärani Sütra). K. ist für den gehobenen Buddhismus ein Ideal und Beistand bei der Konzentration; durch sie kann man sich mit dem Universum identifizieren. Ikonographisch wird die K. oft mit einem Kind in den Armen, mit einer Lotusblüte oder mit einem Gefäss u. ä. oder aber tausendhändig oder tausendäugig dargestellt. Das Motiv der K. mit dem Kind auf den Armen („Buddhistische Madonna") hat die christl. Künstler in China und in Japan veranlasst, die Gottesmutter Maria als K. darzustellen.
 


 

 

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