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Kirche und Reich Gottes

Aus dem Neuen Testament lässt sich kein in sich stehendes Stiftungswort der Kirche erheben. Diese gründet vielmehr in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes. Jesu verstand sich als Bote dieses Reiches Gottes, er verkündete seinen Anbruch „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium". In diesem Gottesreich werden die Erwartungen der Propheten erfüllt sein, es wird Frieden herrschen, Gott selbst wird der Herr sein. Krieg wird nicht mehr sein, nicht Krankheit, Hunger, Tod. Im himmlischen Hochzeitsmahl werden alle Tränen abgewischt sein. Im Wort und in den Taten Jesu ist das Gottesreich bereits verwirklicht. Die Wunder sind Zeichen seiner Gegenwart. Die Dämonenaustreibungen, die Krankenheilungen, die Totenerweckungen, die Naturwunder beweisen, dass durch Jesus die Macht des Bösen gebrochen ist, dass Krankheit und Tod überwunden sind, dass die Welt der Menschen nicht mehr feindlich ist. Wo dies geschieht, ist Gottesreich. Vor allem in der Auferstehung Jesu erscheint dieses zufolge dem NT als gegenwärtig. Jesus ist der Bote vom Reich Gottes, aber in seinem Tun, seinem Wort, in seiner Auferstehung ist dieses anfanghaft schon verwirklicht. Darum ist er der Messias, der Christus.
Im Wirken Jesu ist das Reich Gottes angebrochen, aber noch nicht vollendet. Zwischen seiner Auferstehung und dieser Vollendung liegt eine Zwischenzeit, die Zeit der Kirche. Diese ist nicht das Reich Gottes, sie soll vielmehr gegenwärtighalten, was Jesus als der Messias gewirkt hat und es der Vollendung entgegenführen. Die Kirche ist Volk Gottes auf dem Weg zwischen der Auferstehung Jesu und der Vollendung der Welt im Reich Gottes. Sie steht ja der Spannung zwischen dem Schon und dem Noch-Nicht: dem, was in Jesus bereits verwirklicht ist, und dem, was als Vollendung noch aussteht. Dabei ist die Zukunft die Vollendung dessen, was in der Auferstehung Jesu bereits geschehen ist. Insofern ist das Schon wichtiger als das Noch-Nicht.
 


 

 

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