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In der Auseinandersetzung
um die rechte Kirche haben sich schon in frühester Zeit die Kirchen-Attribute
herausgebildet: „Ich glaube (an) die eine, heilige, katholische und
apostolische Kirche."
a) Die Kirche ist dadurch eins, dass sie die Versöhnung, die Christus gebracht
hat, weiterträgt und verwirklicht. Einheit ist also nicht institutionelle
Einheitlichkeit, sie ist aber auch keine rein geistige Grösse, die jenseits
aller institutionellen Trennungen bestünde. Einheit ist vielmehr die
Versöhnung, die in der Kirche beginnen muss, damit sie über die Kirche hinauswirken
kann. Dass die Kirchen institutionell zerrissen sind, keine Gemeinschaft in Wort
und Sakrament pflegen, widerspricht dem Wesen der Kirche. Ihre Spaltung in
Konfessionen tangiert damit ihren innersten Kern.
b) Die Kirche ist heilig nicht wegen der Heiligkeit ihrer Glieder, sondern weil
sie sich von Gott gerufen und als sein Eigentum weiss. Heiligkeit gründet in
dem, was durch Christus im Heiligen Geist in der Kirche schon verwirklicht ist.
Kirche ist „Gemeinschaft der Heiligen", weil in ihr die Heilszeichen Wort und
Sakrament verwirklicht werden. Daraus folgt die Verpflichtung, gemäss dieser
Berufung als Volk Gottes heilig zu leben.
c) Die Bezeichnung „katholisch" ist nicht auf eine Konfession begrenzt. Sie
drückt die Überzeugung aus, dass die Kirche allumfassend ist, d. h., dass sie
sich überall dort verwirklicht, wo Jesus Christus bekannt und sein Reich
erwartet wird. Katholizität ist die Form der Einheit der Kirche: Kirche
konkretisiert sich in räumlicher und zeitlicher Vielfalt und
Vielgestaltigkeit. Sie hat Raum für verschiedene Völker und Kulturen,
Klassen, Altersstufen und Geschlechter. Kirche verwirklicht sich als
Gemeinschaft, als Communio. Sie ist dabei gleich urspr. beides : Kirche am Ort
und Gemeinschaft aller Glaubenden. Die Ortsgemeinde ist also Kirche und nicht
nur eine „Aussenstelle" der Universal-K. Die Universal-Kirche ist nicht nur ein
nachträglicher Zusammenschluss der Orts-Kirchen. Kirchen am Ort und universale
Gemeinschaft aller Glaubenden sind für Kirchen gleichermassen konstitutiv.
d) Die Kirche ist apostolisch, weil sie auf das Fundament der Apostel (und
Propheten) gegründet ist. Sie bleibt auf diesen Ursprung verwiesen. Sie hat
ihre Vollmacht und ihren Glauben empfangen und sie nicht selbst gemacht.
Dieser Ursprung muss in die jeweilige Situation hinein verkündet werden. Das
bedarf einer immer-währenden Übersetzung in neue Kulturkreise und geistige
Welten, nicht nur der bereits vollzogenen Übergänge in die griech.-röm. und
in die ma. und neuzeitl. Welt, sondern auch des heute notwendigen Übergangs
in die Kulturen Südamerikas, Afrikas und Asiens.
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