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Keilschrift

Geschrieben wurde die Keilschrift mittels eines zunächst schmalen, später breiter werdenden Griffels aus Rohr. Das Schreibmaterial waren in diesem Falle Tontafeln, in die man den schräg in der Hand gehaltenen Griffel drückte, wodurch die keilförmigen Zeichen entstanden, welche der Schrift ihren Namen gaben. Die Schrift ist auch in Stein gehauen, in Metall getrieben, in neuassyrischer Zeit zuweilen in wachsüberzogene Holztäfelchen gedrückt worden. Sie wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Wende vom 4. zum 3. Jahrtausend. von den Sumerern geschaffen und war in ihren Anfängen eine reine Bilderschrift im Dienste der Tempelverwaltungen. Mit der Weiterentwicklung der sumerischen Hochkultur wuchsen die Anforderungen an die Schrift. Man behalf sich durch Sinnübertragung des Bildes eines Gegenstandes auf den damit Tätigen und das daran geknüpfte Verb, durch Benutzung von Determinativen (für Personen, Götter, Gegenstände aus Holz, Metall usw.), phonetischen Komplementen (Wiederholungen der letzten Silbe des bildhaft geschriebenen Wortes) und durch die Ablösung des Sinnwertes eines Bildzeichens zur Gewinnung eines Silbenzeichens. Wegen seiner zahlreichen einsilbigen Wörter eignete sich das Sumerische bes. gut für diesen Vorgang. Die sumerische Keilschrift wurde damit zu einer kombinierten Wort- und Silbenschrift. Die den Sumerern folgenden Akkader übernahmen neben einem grossen Teil der sumerischen Kultur auch deren Schrift, schrieben damit ihre eigene semitische Sprache und gewannen aus dieser eine Reihe neuer Silbenzeichen. Die akkad. (babyl.-assyr.) Sprache und Keilschrift wurde zeitweise im ganzen Vorderen Orient als Diplomatensprache benutzt. Benachbarte Völker übernahmen die Keilschrift in etwas veränderter oder in vereinfachter Form zur Wiedergabe ihrer eigenen Sprachen: so entstand die elamitische, hurritische, hethitische, urartäische Keilschrift.


 

 

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