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Judentum - von der arabischen Eroberung bis zur Vertreibung aus Spanien |
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Die Periode (ca. 638-1492
n. Chr.) stand unter dem Zeichen zunehmender Diaspora. Im
politisch-kulturellen Grossraum der islamischen Welt übernahmen Juden das
Arabische als Alltags- und (neben dem Hebräischen) die Literatur-Sprache, wo
sie die Teilhabe an der Umweltkultur ermöglichte. Im christlichen Bereich
zerfiel die politisch-kulturelle und sprachliche Einheit, das Hebräische
blieb gemeinjüdische Sprache, zum Lateinischen der klösterlichen Bildung gab
es kaum Zugang. So entstanden zwei grosse Zweige des Judentums, ein mehr von
Babylonien her geprägter und durch die jüdische Kultur in Spanien (Sefarad)
bestimmter orientalischer und „sefardischer" Zweig und der mittel- und
osteuropäische, „aschkenasische", mehr auf palästinischer Traditionen (über
Byzanz und Italien) fussend. Doch setzte sich die allg. babylonische
Tradition mit dem babylonischen Talmud durch. Während der Blütezeit im
islamischen Bereich entstand eine reiche und vielfältige hebräische und
arabische Literatur, wie im Islam und Christentum auch eine religiöse
Philosophie, allerdings nur in Ansätzen eine systematische Theologie, auf
der nun allen drei monotheistischen Religionen gemeinsamen Basis der
wiederentdeckten antiken Philosophie und Wissenschaft. Im übrigen erreichte
die gesetzliche Literatur in Kommentarwerken zu Bibel, Mischna und Talmud,
in Kompendien und Codices einen enormen Umfang. Dementsprechend wuchs die
Bedeutung der Gesetzesgelehrsamkeit bzw. der „Rabbiner". Mit den Kreuzzügen,
dem Verfall des Kalifats im Orient, im Lauf des 12. Jh. auch in Spanien, zog
der politisch-wirtschaftliche Niedergang auch kulturgeschichtlich negative
Folgen nach sich. Zwar blieb ein hohes kulturelles Niveau regional erhalten,
doch traten die profanen Interessen gegenüber den religiösen und
traditionellen zurück. So verlor auch die philosophierende Theologie an
Bedeutung, während die Kabbalah sich in popularisierter Form durchsetzte und
mit messianischen Volks-Bussbewegungen verband. |
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