eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Religionen
A-Ani   Ant-Az   B-Bo  Br-C   D-Ep  Er-Fe   Fr-Gl   Gn-Gz   H-He   He-Hz   IJ   K
 L-Men  Mes-N   OPQ   R  S-Schu   Schu-Sz  Ta-Ti   To-Tz   U-Z
 

Jesus - jüdisch

Existenz und Wirkung Jesu sind in jüdischen Quellen der Antike kaum bezeugt und wenn, dann ohne besonderes inhaltliches Gewicht. Eine Auseinandersetzung mit dem kirchlich verkündigten Christus ist dagegen für die griechischsprachige Diaspora durch christliche Autoren belegt. Die insgesamt äusserst spärliche Bezugnahme auf Jesus kann zumindest für die ersten drei Jahrhunderten nicht mit Furcht vor etwaigen Repressionen erklärt werden, sondern resultiert aus der Situation nach 70 bzw. 135 u. Z., in der alle Kräfte zur Sicherung des kollektiven Fortlebens beansprucht waren.
Die talmudische Rede von einer „Beschwörung im Namen des Jeschu Ben Pandera" (techullin II 22-24 parr) dem Zauberei und Verführung zum Götzendienst vorgeworden wurden, wurde nicht selten als antijesuanische Polemik verstanden. Sofern diese Gestalt vermutlich des 2. Jh. mit Jesus identifiziert wurde geschah dies wohl unter dem Einfluss der Polemik des Kelsos, der seinerseits Jesus als illegitimen Sohn Marias und eines römischen Soldaten namens Pantheras bezeichnete (Origenes, C. Celsum I 28). Da Ben Pandera im babylonischen Talmud mit einem ähnlich beschuldigten Ben Stada identifiziert wurde (bShab 104 b ; bSan 67a), konnte der Eindruck einer deutlichen Jesus-Polemik des Talmud entstehen. Christliche Polemik fasste zudem „Jeschu" nicht etwa als Vokativform oder eigenständigen Name sondern als Verstümmelung von Jeschua auf. Dagegen verbietet es eine Analyse des literarischen und geschichtlichen Kontextes, für die Rabbinen des Talmuds ein entsprechendes Interesse anzunehmen. Die Polemik ist vielmehr das Produkt einer interpretierenden Relecture des frühen Mittelalters, „als man angesichts der notwendigen Auseinandersetzung mit dem Christentum und aufgrund der polemischen Diaspora-Traditionen auch im talmudischen Schrifttum autoritative Belege gegen Jesus suchte. Die für die Juden verschärfte Lebenssituation führte zur Verdichtung der polemischen Motive in der sog. Toledot Jeschu (Geschichte Jesu), einer in ihrem Kern seit dem 9./10. Jh. bekannte satirischen Kolportage. So weite Verbreitung diese variantenreiche volkstümliche Erzählung bis ins 19. Jh. hinein fand, so wenig wurde sie je von Rabbinen legitimiert; im Gegenteil, nicht selten wurde sie scharf verurteilt. Wurde von der mittelalterlichen jüdischen Apologetik der Prozess Jesu im allg. als - nach rabbinischem Recht - legal verteidigt, so bestritten doch einige Apologeten die Identität von talmudischen Jeschu" und historischen Jesus oder unterschieden zwischen toratreuem Jesus und Christen, die diesen vergötzt hätten. Ansonsten wurde der Name Jesus nicht ausgesprochen. Es sei denn, dass Juden im Rahmen von Religionsgesprächen bzw. Zwangsdisputationen ihre religiöse und theologisch weit gewichtigere traditionelle Ablehnung von Messianität und Gottessohnschaft rechtfertigen mussten. Dies geschah durch den lapidaren Hinweis auf die Nichterfülltheit der messianischen Verheissungen wie das monotheistische Credo, das durch eine Gottessohnchristologie verletzt würde, sofern der Name Gottes mit einem anderen Wesen verknüpft würde (Schittuf). Methodisch wurde in diesen Auseinandersetzungen auf dem Literarsinn insistiert, um eine christologisch-typisierende Vereinnahmung des Alten Testaments abzuwehren. Positiv dagegen konnten Jesus als „messianischer Wegbereiter" bzw. das Christentum als praeparatio messianica aufgefasst und akzeptiert werden (so etwa von S. B. Isaak, J. Halevi, M. B. Maimon u.a.).
Im Zuge von Aufklärung und jüdischer Emanzipation konnte die apologetisch-polemische Position zugunsten einer konstruktiven Auseinandersetzung überwunden werden. Nach Vorstössen einzelner wie B. Spinoza und M. Mendelssohn legte J. Salvador 1838 die erste jüdische Jesus-Monographie vor. Im Rahmen der entstandenen Wissenschaft des Judentums eröffnete Jesus M. Jost durch seine anerkennende Einordnung Jesu in die Geschichte der Juden einen Weg, der im 19. und 20. Jh. vor allem von reformjüdischen Kreisen beschritten wurde. Diesen Bemühungen kamen christlicherseits Entdogmatisierungstendenzen der liberalen protestantischen Exegese entgegen. Die in der Neuzeit bis heute formulierten jüdischen Positionen sind facettenreich; nur einige Tendenzen seien erwähnt. Bei allen Unterschieden im einzelnen wird Jesus als Jude in einer jüdischen Umwelt begriffen, dem die Absicht einer Religionsgründung fernlag. Diese respektive der Bruch mit dem Judentum wird dagegen häufig an Paulus festgemacht (etwa S. Hirsch, H. Cohen, J. G. Klausner, L. Baeck, M. Buber). Auf diesem Hintergrund sind Jesu Konflikte mit den Pharisäern innerjüdisch, wenn sie nicht sogar als Indizien einer besonderen Nähe zu verstehen sind. Angesichts der jüdischen Leidensgeschichte verwundert es nicht, wenn bis heute Prozess und Tod Jesu einen Schwerpunkt dieser Literatur darstellen. Während von orthodoxer Seite die Tendenz der Evangelien zu Verinnerlichung und Gesinnungsethik als unjüdisch kritisiert werden, bezeichnet Montefiore nicht die Ethik, sondern die religiöse Originalität Jesu als seine differentia specifica gegenüber der Umwelt. Bemerkenswert ist die Bereitschaft, Jesus eine stark exponierte Stellung, etwa als „Lehrer hoher Sittlichkeit und Gleichnisredner ersten Ranges, im Judentum zuzuweisen. M. Buber konstatiert eine religiös-existentielle Nähe zu dem mit bekannten Kategorien nicht erfassbaren „grossen Bruder". In Verwandtschaft mit Buber wird für S. Ben-Chorin das Wort von der „Heimholung Jesu ins Judentum" zentral, das nicht nur mit Einschränkung als Überschrift eines grossen Teiles dieser Literatur dienen könnte, sondern auch unüberhörbar die - seit der Staatsgründung noch verstärkte Souveränität dieser Auseinandersetzung zum Ausdruck bringt. Pole dieser nicht selten engagierten und empathischen Literatur markiert D. Flusser, wenn er sein Jesus-Buch mit der Feststellung des Todes Jesus schliesst, doch im Sinn geschichtlich-existentieller Verwandtschaft auch von einer aktuellen Präsenz sprechen kann. Forcierte der Holocaust für die einen die Identifizierung des Gekreuzigten mit seinem Volk, wurde und wird das Bruderwort nicht zuletzt von den Juden zu sprechen verweigert, die nicht bereit sind, den Juden Jesus vom Christus eines christlich genannten Abendlandes zu trennen.
 


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik