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Jainismus - Entwicklung

Vardhamana (genannt Mahavira, „grosser Held") wurde 599 v. Chr. (andere wahrscheinlichere Daten: um 480 oder 370 v. Chr.) bei Vaisali (heute im Bundesstaat Bihar) als Prinz geboren. Nach dem Tod der Eltern wurde er Wanderasket und erlangte nach 12 Jahren die Erleuchtung (jina, „Überwinder"). Nach 30jähriger Predigttätigkeit starb er 72jährig den freiwilligen Hungertod. Er gilt als 24. Tirthankara (befreite Seelen, die den Erlösungsweg lehren), d. h. 23 Vorläufer in diesem Weltzeitalter predigten die Lehre vor ihm (der letzte war Parsvanatha, der im 8. Jh. v.Chr. gelebt haben soll), die er systematisiert hat.
Der Jainismus ist also älter als Mahavira. Wann und wie die Religion entstand, ist unklar. Anfangs waren die Jinas eine kleine Gruppe, sie wurden aber wohl von Kaiser Chandragupta Maurya (ca. 317-293 v. Chr.) patronisiert. Der Jainismus blieb auf Indien beschränkt, entfaltete dort aber eine bis heute ununterbrochene Tradition. Die Jinas bildeten und bilden eng verbundene Gruppen (vor allem Kaufleute), die Kastensolidarität entwickelten, enge Beziehungen zwischen Mönchen/Nonnen und Laien durch ein System von Seelsorge und Observanzen pflegten und so äusseren Bedrängnissen erfolgreich widerstehen konnten (heute ca. 2,7 Mio. Jinas; 0,7% der indischen Bevölkerung). Im Zusammenhang mit der Migration einer grossen Gruppe von Jinas um die Zeitenwende nach Westen (in die Gegenden von Gujarat und Rajasthan) spaltete sich der Jainismus in die seither wichtigsten Richtungen auf: Digambaras („Luftbekleidete", d. h. völlige Nacktheit der Mönche) und Svetambaras („Weissgekleidete"). Ein umfangreicher Schriftenkanon in Prakrit wurde von den Svetambaras auf einem Konzil im 5. Jh. n.Chr. festgelegt, den die Digambaras ablehnen. Ein anderes Unterscheidungsmerkmal ist die Lehre der Svetambaras, dass Frauen gleich wie Männer zur Erlösung (moksa) gelangen können, was von den Digambaras strikt abgelehnt wird. Im 18. Jh. spaltete sich eine Gruppe ab, die Ikonolatrie und Tempelritual verwirft.
 


 

 

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