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Islam und Christentum

Die Christen bekämpften von Anfang an den Anspruch der Muslime, Muhammad sei Prophet, ja (wie schon Mani vor ihm) der durch Joh 14,26 vorhergesagte Paraklet. Die Muslime dagegen stehen aufgrund der Schriftverfälschungsthese der Bibel skeptisch gegenüber und bekämpfen die Lehre von der Inkarnation ebenso wie die von der Trinität. Sie glauben an die jungfräuliche Geburt Jesu, an seine Wunder, lehnen gewöhnlich seinen Kreuzestod ab und bestreiten, dass er Sohn Gottes ist. Im Gespräch mit Christen berufen sie sich gerne zur Stützung ihrer Argumentation auf das sog. Barnabasevangelium.
Nach jahrhundertelanger Belastung des gegenseitigen Verhältnisses durch Polemik und kriegerische Auseinandersetzungen (z.B. Kreuzzüge, Kolonialismus) zeichnet sich in der zweiten Hälfte des 20. Jh. eine Wende zum Dialog hin ab. Sowohl der Weltkirchenrat als auch die katholische Kirche suchen das Gespräch mit den Muslimen. Ziel solcher Begegnungen ist es, sich gegenseitig besser kennenzulernen, um Vorurteile abzubauen und im sozialen Bereich zum Wohle der Menschen und für den Frieden in der Welt zusammenzuarbeiten. Es fällt bei diesen Begegnungen immer wieder auf, dass im Unterschied zur wachsenden Zahl vom Kennern unter den Christen die Christentumskenner unter den Muslimen noch fast völlig fehlen und bestehende Fehlinformationen über die Christen oft halb nicht beseitigt werden können, weil die Muslime glauben, die eine oder andere Koranstelle stünde dagegen. Der Dialog mit dem Islam wird die christlichen Theologen dazu führen, tiefer als bisher über den Monotheismus nachzudenken um den häufig von Muslimen erhoben Tritheismus-Vorwurf wirksam zu entkräften. Offen ist, wie auf die islamische Forderung nach Anerkennung Muhammads Prophet geantwortet werden wird.
Wichtig ist, dass das Dialogangebot nicht im Sinne eines Kampfbündnisses von den Muslimen missverstanden wird. Der Dialog soll in jedem Falle für alle Monotheisten sowie alle Menschen guten Willens offen bleiben, um so einen wirksamen Beitrag zum Wohle aller und zum Frieden unter den Menschen leisten können.
 


 

 

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